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Heinrich Mann: Der Untertan
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Beschreibung
Heinrich Mann: Der Untertan
Die Thematik in Kürze Heinrich Mann untersucht für die Zeit Kaiser Wilhelms II. den Mechanismus, durch den der Einzelne zu gesellschaftlicher Macht gelangt. Dabei entdeckt er im »Untertan« den erfolgreichen Machtmenschen, der sich den Mächtigeren bedingungslos fügt und zugleich die Schwächeren unterdrückt. Diederich als Vertreter des Machtprinzips Als weiches Kind (S. 9) ist Diederich wie zum »Untertan« geboren. Eine autoritäre Erziehung in Familie und Schule, aber auch die Bevormundung in Studentenverbindung und Militär führen bei ihm zu einer bedingungslosen Verehrung der Macht, wie er sie vor allem in Kaiser Wilhelm II. verkörpert sieht. Das Machtprinzip, dem Diederich alles andere unterordnet, kann allerdings nur Ersatz sein für echte humane Werte, wie Freiheit oder Brüderlichkeit. Da Diederich zu solchen Werten aber nicht durchdringt, ist es ihm auch nicht möglich, sich selbst zu finden. Er ist darauf angewiesen, eine Rolle zu spielen. Theatralischer Schein anstelle von Wahrhaftigkeit ist für Heinrich Mann ein wesentliches Merkmal der Wilhelminischen Ära. Der alte Buck und Agnes als Vertreter echter Werte Vor allem der alte Buck ist Diederichs Gegenspieler. Er vertritt Werte wie Geist, Demokratie und Menschlichkeit. In einer Zeit, in der die patriotisch-kaisertreue Gesinnung immer mehr zur Voraussetzung für gesellschaftlichen Aufstieg wird, ist er zum Scheitern verurteilt. In ähnlichem Gegensatz zu Diederich steht Agnes, seine erste Freundin. Sie verkörpert das Prinzip der selbstlosen Liebe. Auch Diederich lernt diese Liebe kennen, entscheidet sich aber gegen sie.
I n h a l t Die Handlung in Kürze Der Roman handelt von Diederich Heßlings unaufhaltsamem Aufstieg zu wirtschaftlichem Wohlstand, politischer Macht und gesellschaftlichem Ansehen. Am Ende ist er der mächtigste Mann seiner Heimatstadt Netzig. Diederich nimmt die ersten Hürden Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums übernimmt Diederich die väterliche Papierfabrik. Seine Beziehung zu Agnes beendet er, als er durch sie seine Karriere bedroht sieht. Erfolg im gesellschaftlichen Bereich Nur vorübergehend erregt Diederich den Unwillen der politisch wie gesellschaftlich dominierenden Bürger seiner Heimatstadt. Seine konsequent kaisertreue Gesinnung, die er im Prozess gegen den liberal denkenden Fabrikbesitzer Lauer glänzend unter Beweis stellt, sichert ihm die Gunst der Mächtigen, besonders die des Regierungspräsidenten Wulckow. Mit Wulckows Hilfe triumphiert Diederich über seinen Geschäftskonkurrenten Klüsing, dessen Fabrik er schließlich übernimmt. Der Errichtung eines Kaiserdenkmals, sichtbarer Ausdruck des Siegs der Monarchie über die demokratischen Kräfte, steht nichts mehr im Wege. Selbst die liberale Bewegung gibt ihren Widerstand auf. Als mächtigster Mann Netzigs hat Diederich die Rolle des alten Buck übernommen. Erfolg auch im privaten Bereich Auch im familiären Bereich ist Diederich erfolgreich: Mit Guste Daimchen heiratet er eine vermögende Frau. Das Ehepaar Heßling bekommt drei Kinder.
Die Handlung in Kürze
Die Erzähltechnik Erzählsituation Eindeutig überwiegt die personale Erzählsituation. Die Person, aus deren Perspektive das Geschehen vor allem gesehen wird, ist Diederich. Nur gelegentlich wird ein auktorialer Erzähler vernehmbar, also ein allwissender Erzähler, der kommentierend in die Handlung eingreift. Am häufigsten noch am Anfang des Romans: »Denn Diederich war so beschaffen [. . .], daß die Macht, die kalte Macht, an der er selbst, wenn auch nur leidend, teilhatte, sein Stolz war. (S. 13) Nicht nur der auktoriale Erzähler ist Manns Sprachrohr. Ständig präsent ist der Autor auch durch das Mittel der Satire (s. unten S. 29ff.). Erzählperspektiven der personalen Erzählsituation Das Geschehen wird nicht durch distanzierte Beschreibung vorangetrieben, sondern durch die für den modernen Roman typische unmittelbare Präsentation, besonders durch szenische Darstellung und erlebte Rede. Szenische Darstellung Ein häufiges Mittel im Dienst der personalen Erzählsituation ist die szenische Darstellung. Der Leser wird gleichsam zum Betrachter eines Schauspiels oder Films, der vor seinem inneren Auge abläuft. Dieser Eindruck wird hervorgerufen durch wenig raffende Erzählweise und eine häufige Verwendung der direkten Rede.
sehr guter Zustand
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