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Die Stadt Anatol - Bernhard Kellermann
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Beschreibung
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Bernhard Kellermann
Die Stadt Anatol
Roman
Verlag Volk und Welt, 5. Auflage 1964
Gebundene Ausgabe, 586 Seiten
Zustand des Buches: Gut (Schutzumschlag hat Risse)
Zum Inhalt:
Wer nach Anatol kommt und im "Trajan", im ersten Haus am Platze, absteigt, muß damit rechnen, daß er am nächsten Morgen vom mörderischen Schrei eines Esels, vom Quieken einer Schweineherde oder vom Geschnatter der Bauernweiber geweckt wird. Und wenn Herr Rothkehl, von Rothkehl & Wiener, nachts hustet, hallt der ganze Marktplatz wider.
Anatol ist klein - so klein und abgeschieden, daß Europa mit seinen Zügen unter der Erde und den Flugzeugen in der Luft wie eine Legende wirkt. Dabei liegt auch diese Stadt Anatol in Europa, aber ihre Einwohner wissen es kaum: nur als ganz schwaches Echo dringt der Lärm der Welt zu ihnen. Man hat genug mit sich selbst zu tun. Frau von Ypsilanti muß ihre Tochter standesgemäß verheiraten; Baron Janko von Stirbey braucht Geld, um seine Spielschulden zu decken; Skandalgeschichten wie die der Franziska Maniu beschäftigen alle Gemüter.
Aber eines Tages prangt neben der Eingangstür zum "Trajan" eine schwarze Marmortafel mit goldenen Lettern: Anatol Naphta AG - Alvensleben & Co - Berlin - New York. Schwere Ochsenkarren mit riesigen Kisten und Röhren beladen, knarren durch die Stadt, Lastautos donnern durch die Straßen, daß die scheiben klirren. Ingenieure kommen, Monteure, Architekten, Kaufleute, Agenten. Fragwürdige Existenzen folgen ihnen, Abenteurer, Hochstapler, Schwindler, Hunderte von Grundstücken wechseln in wenigen Tagen den Besitzer. Neben dem alten "Trajan" soll ein Luxushotel mit riesigen Spiegeln, Palmen und Glaslüstern entstehen. Herr Rothkehl, von Rohtkehl & Wiener, träumt von einem siebenstöckigen funkelnden Kaufhaus ganz aus Glas und kauft Grundstücke in den Geschäftsstraßen. Alles geht drunter und drüber. Baron Janko von Stirbey kommt über Nacht zu einem großen Vermögen und wird vom eigenen Bruder ermordet. Frau vo Ypsilanti verliert ihr letztes Geld, und Franziska Maniu, die früher von keinem Menschen gegrüßt worden wäre, gehört plötzlich zu den geachtetsten und einflußreichsten Damen. Nur der Ingenieur Jacques Gregor, der durch seine Entdeckung alle Veränderungen in Anatol bewirkt hat, muß die Stadt verlassen.
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