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Beschreibung
10C0172h
Henry Miller
Plexus
Roman
Rowohlt Verlag, 1.-6. Tausend, 1955
Gebundene Ausgabe, 585 Seiten
Zustand des Buches: Gut (Schutzumschlag ist abgegriffen und rissig)
Zum Inhalt:
Der Außenseiter Henry Miller schrieb in seinen großen Bekenntnisromanen, dem "Wendekreis des Krebses" und dem "Wendekreis des Steinbocks", eine Prosa, die zur gewagtesten der modernen Weltliteratur gehört, aber auch zu ihrer originellsten und revolutionärsten. Während diese alle moralischen und formalen Maßstäbe sprengenden Kreis zugänglich gemacht werden konnten, darf hier erstmalig das Wagnis unternommen werden, diesen Apokalyptiker der modernen amerikanischen Dichtung endliche einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Millers "Plexus" empört sich wie die vorangegangenen Werke gegen die Antihumanität unseres mechanisierten Lebens, und wie diese ist es die Antwort eines Genies auf die Herausforderung des Mittelmäßigen. Es ist zugleich das leidenschaftliche Bekenntnis eines großen Schriftstellers zu seiner schonungslosen Ausdrucksform. Die Frage "Darf man so schreiben?" beantwortet sich im Phänomen der Millerschen Schreibweise selbst. Man muß so schreiben, wenn man den ungeheuren Umfang der bewußt und unterbewußt erlebbaren Welt des Menschen von heute umfassen will. Autobiographie, Tagebuch intimsten Erlebens, leidenschaftlich kühner Selbstbericht ohne den künstlichen Filter literarischer Rücksichten, erzählt diese Buch von Millers Jugend in New York, von den Foltern eines jungen Mannes, der vom Dämon des Schreibenmüssens besessen ist, der das Elend, die Not, die Anfechtung, aber auch die Ekstasen und das Wunder der eigenen Gläubigkeit kennenlernt. Inmitten der kleinbürgerlichen Existenzen Manhattans, Brooklyns, Staten Islands und Floridas lebt er mit seiner herrlichen Gefährtin Mona ein Leben, das auf nichts gestellt ist, nur auf die einzige kühne Sicherheit: die Gewißheit seiner Berufung. Die Abenteuer, die diesen ungewöhnlichen Menschen prägen, die außerordentlichen Gestalten, die er notwendig anzieht, abstößt, deren Begegnung ihm stets zum steigernden Erlebnis wird, bilden die aufregende Chronik einer menschlichen Freiheit, einer dynamischen Individualität, die das nackte Leben in die Dimension des Metaphysischen emporreißt. Henry Miller wird mit diesem Werk als ein universaler Schriftsteller, ein universaler Mensch in das literarische Bewußtsein unserer Zeit dringen, der es auf sich genommen hat, die Joyce'sche Forderung zu verwirklichen, "das Gewissen seiner Rasse zu sein".
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