Unten an der Buchkante eine Kante eingetrückt.
»Wenn jeder Mensch auf der Welt nur einen einzigen anderen Menschen glücklich machen würde, wäre die ganze Welt glücklich.« So heißt es einmal in der ergreifenden Liebesgeschichte zwischen dem fast fünfzig j »Aussteiger« Charles Duhamel und der jungen Buchhändlerin Andrea Rosner, den unvergeßlichen Hauptfiguren in Johannes Mario Simmels neuem Roman »Bitte laßt die Blumen leben!«
Bitte lasst die Blumen leben
haben Kinder in ungelenker Schrift auf ein Pappschild in jenem Hamburger Buchladen gemalt, den die fröhliche und engagierte Andrea zu einem Paradies für Kinder gemacht hat.
Johannes Mario Simmel
berühmt für die Eindringlichkeit, mit der er uns immer wieder die Sorgen und Nöte der Zeit vor Augen führt, meint mit den »Blumen« im Titel seines Buches — und das wird jedem Leser schnell klar — die Menschen: alle Menschen unserer krisengeschüttelten, angsterfüllten Welt. Beschwörend ermahnt er uns: »Bitte laßt die Menschen leben!«
Dem französischen Staranwalt Duhamel, der das glanzvolle, aber leere Leben an der Seite seiner schönen und bösen Frau Yvonne und den fragwürdigen Erfolg seiner durch eiskalte Skrupellosigkeit gewonnenen Sensationsprozesse nicht mehr ertragen kann, gelingt es, nach einer furchtbaren Katastrophe unterzutauchen und mit gefälschten Papieren ein neues Leben zu beginnen. Ein wunderbares Leben mit Andrea, ein Neuanfang, der die Erfüllung aller Sehnsüchte verheißt. Doch schon bald holen die Schatten der Vergangenheit Duhamel ein. Verzweifelt kämpft er um sein Glück. Von Freunden getäuscht, niederträchtig erpreßt und hineingerissen in den Mahlstrom politischen Terrors, erscheint ihm schließlich als einziger Ausweg — Mord. Genial geplanter, perfekter Mord.
Bitte lasst die Blumen leben
ist aber viel mehr als die packende Geschichte eines Mannes, der zweimal leben wollte, eines faszinierenden Kriminalfalls und einer das Herz jeden Lesers anrühren den Liebe. Dies wäre kein Roman von Johannes Mario Simmel, wenn sich seine Gestalten nicht mit jenen quälenden und hochexplosiven Fragen auseinanderzusetzen hätten die uns allen auf den Nägeln brennen.
Johannes Mario Simmel
hat mit der unbestechlichen Objektivität des Chronisten und der überwältigenden Gestaltungskraft des großen Romanciers aktuelle Zeitgeschichte und das bewegende Los zweier Liebender untrennbar miteinander verbunden. Der düstere Horizont einer Gegenwart, in der wir alle uns wieder erkennen, kann jedoch nicht darüber hin wegtäuschen, daß der Grundton des Buches tröstlich und zuversichtlich, auf eine bessere Zukunft vertrauend ist. Es hat seine tiefe Bedeutung, wenn es gerade die Kinder sind, denen diese Zukunft gehört, die uns zurufen:Bitte, laßt die Blumen leben
Verlag: Droemer Knaur *
Jahr: 1983 *
Einband: Hardcover *
Ort: München *
Auflage: 1.-200.Tausend *
Seitenzahl: 575
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