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Wenige Kilometer von Heilbronn liegt das reizende Weinstädtchen Weinsberg, durch die Weibertreu rühmlich bekannt. Hier hat der Dichter und Arzt Justinus Kerner (1786 bis 1862) viereinhalb Jahrzehnte gelebt; sein Haus steht direkt am Fuß des Berges. Jeder Leser kennt wohl einige Gedichte von ihm und seine Lieder, die von Robert Schumann, Friedrich Silcher und anderen vertont wurden (»Wohlauf, noch getrunken«, »Dort unten in der Mühle«, »Preisend mit viel schönen Reden«). Wie kein zweiter im schwäbischen Dichterkreis verkörpert Kerner den Geist der Romantik. Davon zeugen auch seine Vorliebe für mittelalterliche Kunst und Geschichte und seine okkulten Schriften. Durch »Die Seherin von Prevorst« wurde der Name Justinus Kerner weit über Deutschland hinausgetragen.
Hingabe und Treue, Herzensgüte und Toleranz, Humor und Vielseitigkeit machten den Dichter und Oberamtsarzt zu einem Genie der Freundschaft. Rickele, seine tatkräftige Frau, nahm unverdrossen ganze Scharen von Gästen auf, und so wurde das Kernerhaus zu einem Sammelpunkt des damaligen Geisteslebens. David Friedrich Strauß nennt es »das merkwürdigste und eigentümlichste Haus in ganz Schwaben«. Menschen aus allen Ständen, gesunde und kranke, kehrten dort ein: Künstler und Wissenschaftler, Fürsten und Bauern, Handwerksburschen und Geistliche.
Kerners Sohn Theobald (1817 bis 1907), übernahm und pflegte Haus und Erbe im Sinne des Vaters. Nach seinem Tode hat der Justinus-Kerner-Verein in Weinsberg das Dichterheim als Gedenkstätte erworben. es steht heute jedem Besucher offen.
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