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Eberhard Wolfgang Möller DER FÜHRER Thingspiele u.a.
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13 Tage 6 Stunden
(bis 14. Jun. 2012, 23:05:37 MEZ) | |
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Beschreibung
Ich stelle hier Doubletten meiner Sammlung von Werken Eberhard Wolfgang Möllers ein. Wenn jemand nur an einem oder mehreren der Titel interessiert sein sollte, so kann er mich gerne anmailen. In dem Fall wäre eine Büchersendung (0,85€ bzw. 1,40 €) möglich. Gerne auch im Tausch gegen andere Werke von
Eberhard Wolfgang Möller:
Berufung der Zeit. Kantaten und Chöre Theaterverlag Albert Langen / Georg Müller Berlin 1935 (20.-25. Tausend), Umschlagzeichnung: Bernhard Riepenhausen, Leinen mit Schutzumschlag, 74 Seiten, Schutzumschlag an den Rändern angestoßen, sonst gut erhalten. Inhalt Kantate auf einen großen Mann Zwiesprache an der Wiege eines Kindes Bauernkantate Anrufung und Verkündung der Toten Die Briefe der Gefallenen
Die in diesem Buch vereinigten Kantaten und Chöre erhielten den Nationalen Buchpreis 1934/1935, Die vier ersten Dichtungen dieses Buches erschienen erstmalig in dem Buch „Berufung der jungen Zeit“, Theaterverlag Langen / Müller 1934, die „Briefe der Gefallenen“ in Heft 10, Januar 1935, der Zeitschrift „Das innere Reich“, Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. Reichsminister Dr. Goebbels: „... Der Nationale Buchpreis 1934/35 wurde Eberhard Wolfgang Möller für seine beiden Gedichtbände „Berufung der jungen Zeit“ und „Die Briefe der Gefallenen“ zuerkannt. Es bereitet mir eine besondere Freude, damit einen Dichter aus der jungen Generation mit dem höchsten staatlichen Literaturpreis auszeichnen zu können, der bereits durch seine Schauspiele „Douaumont oder die Heimkehr des Soldaten Odysseus“, „Panama-Skandal“, „Martin Luther“ oder „Die höllische Reise“ und durch die politische Satire „Rothschild siegt bei Waterloo“ die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gelenkt. Die beiden preisgekrönten Gedichtbändchen umfassen in ihrem Umfang zusammen nur knapp 60 Seiten, sie enthalten aber an dichterischem Eigengut eine ungeahnte Füller großer visionärer Bilder, die, aus dem Geiste der Zeit heraus gesehen, in wunderbarer Klarheit der Sprache das aufwühlende Erlebnis unserer Tage dichterisch zu fassen versuchen. Es handelt sich bei Möller um eine junge Begabung, die zu besonderen Hoffnungen berechtigt und der den diesjährigen Nationalpreis anzuvertrauen mir eine Ehrenpflicht der kämpfenden Bewegung gegenüber ist.“ Na, dann...
Der Führer. Ein Weihnachtsbuch der deutschen Jugend. Herausgeber: Baldur von Schirach. Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachfolger München 1938, ERSTAUSGABE, Leinen, 173 Seiten Eingedruckte Widmung im Vorsatz: „Meister sollst Du werden in Deinem Beruf, nicht um Deiner selbst willen, sondern um Deinem Volke eine bessere Zukunft zu schaffen.“ (Diese Widmung ist auch in meinem eigenen Exemplar des Buches eingedruckt, so daß ich vermute, ein großer Teil der Auflage wurde als Geschenk zu erfolgreich bestandenen Lehrprüfungen o.ä. abgegeben?) Das Leinen ist fleckig und am Buchblock eingerissen, der Buchblock selber aber ist fest. Gutes bis befriedigendes Exemplar dieses seltenen Buches (siehe Lebenslauf unten).
Der Reiterzug. Schicksalsminuten der deutschen Geschichte Verlag Die Heimbücherei Berlin o.J. (7.-12. Tausend, nach 1939), Umschlag und Textzeichnungen: Heinz Ludwig, Berlin, Leinen, 239 Seiten, außen unfrisch und leicht fleckig, Papier zeitbedingt nachgedunkelt, sonst gut erhalten. Exlibris: Dieses Buch wurde von Ernst Espen Spedition Duisburg a. Rhein der Werkbücherei übergeben. Die Heimbücherei wird im Auftrage des Reichsleiters Baldur von Schirach von Wilhelm Utermann herausgegeben. Enthält: Arminius Die Kaisermacht Glaube und Not der Deutschen Vom Werden des Preußentums Die Verschwörung gegen den Prinzen Eugen Das Leben Bismarcks Die graue Eminenz Schlageter oder Der Ruhrkampf
Chicago oder der Mann der auf das Brot trat. Roman Europäischer Buchklub Stuttgart Zürich Salzburg o. J., Halb(Kunst-)Leder mit Lesebändchen, 363 Seiten Einbandgestaltung: Boris A. Pfützner
Die Söhne des Mars. Zwölf Novellen Munin Verlag Osnabrück 1970, Leinen mit Schutzumschlag, 311 Seiten Schutzumschlag-Entwurf: Ingeborg Clemens, Nordhorn
Die Kunst, Novellen zu schreiben, wird nur von wenigen gemeistert. Sie erfordert strengste Beschränkung auf das Wesentliche und eine dichterische Erfindungskraft, die eine einmalige „unerhörte sich ereignete Begebenheit“, wie Goethe sagt, aus ihrer bloßen Zufälligkeit heraus zu allgemeingültiger schicksalhafter Bedeutung zu steigern vermag. Dem hier vorliegenden Bovellenband „Die Söhne des Mars“ von Eberhard Wolfgang Möller kann man mit Fug und Recht ebscheinigen, daß er sie fast durchgängig erfüllt. Er enthält beinahe unvergleichliche Zeugnisse einzigartiger Fabulierkunst, strotzend von Einfällen und bezwingend in der Fügung der Geschehnisse, die eine tiefe Einsicht in das Wesen des Menschen verraten, welcher irrt, solange erstrebt. Der gedrungene Stil kontrastiert auf das wirksamste mit den bunten Farben der Darstellung. Man liest kaum zum zweitenmal etwas so Erregendes. Das Besondere aber an dieser nunmehr bis zum Themenkreis der jüngsten Vergangenheit erweiterten Auswahl ist darüber hinaus, daß sich diese Novellen fast zwangsläufig alle mit der Problematik des Menschen beschäftigen, der mit dem Krieg in Berührung kommt, von ihm umgeformt und entweder zerstört oder geläutert wird. Ob es sich um den antiken Söldner handelt, der im Bemühen, einen Weltkrieg zu vermeiden, ihn erst recht hervorruft; den englischen Admiral, der vergeblich ungeschehen machen möchte, was doch unvermeidlich war; den Partisan, den entlaufenen Gefangenen, die zahllosen Heimkehrer, die grollend oder verzweifelnd mit ihrem Schicksal und der anders gewordenen Welt fertig zu werden suchen, in die sie der Krieg entließ; sie alle bestätigen die Erfahrung, die in unserem von zwei Weltbeben erschütterten Jahrhundert die ganze Menschheit machen mußte und die dem Buch als Motto voransteht: „Es heißt zwar, der Krieg sei der Vater aller Dinge. Aber der Krieg an sich ist nichts; er bindet nichts und er löst nichts. Erst die Probleme, die er aufwirft, die Aufgaben, die er stellt, die Schwierigkeiten, die er schafft, und die umwälzenden Folgen, die er zeitigt, machen ihn zum Schicksal.“
Die feindlichen Schwestern. Die Aufzeichnungen der Henriette Jakobs. Roman ( = Doppelkopf. Die Aufzeichnungen der Henriette Jakobs, 1966 unter dem Pseudonym Anatol Textor erschienen) Hohenstaufen Verlag Berg / Starnberger See, Bodman / Bodensee 1983
Russisches Tagebuch. Aufzeichnungen vom Südabschnitt der Ostfront 1941 bis 1943 Munin Verlag GmbH Osnabrück 1971, ERSTAUSGABE, Leinen mit Schutzumschlag, 136 Seiten, guter Zustand
Klappentext: Ein Soldat im Südabschnitt der Ostfront, der ein Dichter ist und zugleich ein unbestechlicher Beobachter von allem, was ihn ihm und um ihn herum vorgeht, schreibt während des Rußlandfeldzugs in seinem Tagebuch, nur für sich selbst und in bewusster geistiger Unabhängigkeit, seine Beobachtungen und Erkenntnisse, Gedanken und Empfindungen nieder, und das wird zu einem vielschichtigen und tiefgründigen Bild von Russland, dem Russentum und dem Kriege, den die deutschen Soldaten jahrelang mit dieser sich unheimlich aufreckenden Weltmacht führen mussten, bis sie ihnen zum Schicksal wurde. Sicherlich haben nicht alle Soldaten im russischen Krieg gleich klare und den Dingen auf den Grund gehende Überlegungen angestellt, und wenn, dann gewiß nicht in so geschliffener Form und mit solcher Vorbildung, aber man gewinnt beim Lesen dieser Aufzeichnungen doch mehr und mehr den Eindruck, als habe hier einer für alle anderen ausgesprochen, was sie im Innersten dachten, fühlten und erlebten, worum sie sich den Kopf zerbrachen und worüber sie unaufhörlich diskutierten, wenn sie im Schein ihrer aus Handgranatenkapseln selbstgebastelten Öllämpchen in ihren Notbunkern, Unterständen und Lehmkaten hockten und dem Heulen des Eissturms oder der Granaten und der tausend andern nächtlichen Dämonen lauschten. Vom Persönlichsten bis zum Allgemeinsten, von der privaten Sorge und Bedrückung bis zur hochphilosophischen und schwerpolitischen Grübelei über Sinn und Unsinn des Daseins, der Weltgeschichte, der menschlichen Gesellschaft im Augenblick ihrer religiösen, geistigen und sittlichen Krise dehnt sich der Umkreis der Probleme, Fragen und Antworten, mit denen sich diese Männer beschäftigten, die am Rande aller menschlichen Existenz, nichts als Steppe, Feind und Tod vor Augen, ganz auf sich selbst gestellt waren. Von ihnen heißt es in dem Tagebuch: „Fragt man mich, was das für Menschen sind, die gegenwärtig die Winterfront gegen die Bolschewiken halten, würde ich um die Antwort verlegen. Kein Wort unserer Sprache reicht aus, um Erscheinung, Wesen und Größe ihrer Leistung zu beschreiben, schon gar nicht aber die billigen Klischees, mit denen die Herren der öffentlichen Meinung den Krieg und den deutschen Soldaten so leichtfertig etikettieren. Am ehesten träfe zu, den Geist dieses unvergleichlichen Soldatentums ‚heroischen Sarkasmus' zu nennen. Diese Männer glauben nicht mehr an Gottes Güte, nicht mehr an die Redlichkeit der Heimat und nicht mehr an die Zuverlässigkeit der Führung, sie glauben nur noch an sich selbst. Später werden sie das vielleicht wieder in Abrede stellen wollen; jetzt aber habe ich niemals größere Stoiker und nüchternere Logiker gefunden, als es diese sind. Sie haben mir meine alte Überzeugung bestätigt, daß alles Bedeutende nüchtern ist. Wo sämtliche Beziehungen nach außen fehlen und sich etwas in sich selbst erschöpfen und genügen muß, da gibt es keine Eitelkeiten mehr. Gott ist als das höchste Wesen auch das nüchternste. Er ist von heiliger Nüchternheit, wie Hölderlin sagt.“ Das ist es auch, was dieses Tagebuch zu einem unvergleichlichen Entlastungszeugnis für den deutschen Menschen im letzten Kriege macht: es ist nüchtern und frei von allen Ambitionen, Rücksichten und Tendenzen unmittelbarer unbefangener und ungestellter Ausdruck der menschlichen Seele, die noch in höchster Bedrohung ihrer Existenz mit sich selber Zwiesprache hält, um sich gewissenhaft über ihr Denken und Fühlen Rechenschaft zu geben. Damit ist es ein authentisches Dokument freiester und edelster Humanität und zugleich ein Gedenkmal für den deutschen Frontsoldaten, der unerschütterlich bis zum letzten seine Pflicht vor seinem Gewissen und vor seinem Volk getan hat, ohne nur den geringsten Dank und Lohn dafür zu bekommen.
Eberhard Wolfgang Möller (* 6. Januar 1906 in Berlin; † 1. Januar 1972 in Bietigheim) war ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker. Er gehörte zu den herausragenden Autoren der NS-Zeit. Geboren als Sohn eines Bildhauers, studierte Möller in Berlin Philosophie, Geschichte sowie Literatur-, Theater- und Musikwissenschaft. Bereits mit 17 Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück. Von Anfang an berief er sich bei seiner literarischen Arbeit auf den Neuklassiker Paul Ernst, den er schon als Kind in seinem Elternhaus kennen gelernt hatte. Dessen Vorstellungen von bürgerlicher „hoher“ Kunst und einer geistig getragenen nationalen Gemeinschaft verband Möller in seinen Stücken geschickt mit den Mitteln avantgardistischer Zeitstücke der 1920er Jahre und Bertolt Brechts Lehrstücken. Thematisch bediente er sich gern der „historischen Einkleidung“ von modernen Problemstellungen. Mit dem spätexpressionistischen Weltkriegsdrama „Douaumont oder Die Heimkehr des Soldaten Odysseus“ erzielte Möller 1929 seinen ersten großen Theatererfolg. In dem Stück bediente er sich modernster Theatermittel: So zerreißt im letzten Akt der Hauptdarsteller eine Kinoleinwand, auf der ein Kriegsfilm zu sehen ist, und bietet statt dessen seinen Körper als Projektionsfläche für die Kampfszenen an. In „Panamaskandal“ (1930) denunzierte Möller mit der Beschreibung eines „jüdischen Systems“ von Korruption und Mißbrauch politischer Macht die Weimarer Republik und betonte die Notwendigkeit einer nationalen Erneuerung. Seit 1930 SA-Mitglied, trat Möller 1932 in die NSDAP ein. So sehr Möller in seinen Schriften vom „idealistischen Geist“ schwärmte, so pragmatisch und opportunistisch war er in seiner Karriereplanung. Möllers auffälligste Charaktereigenschaften waren, so der Literaturwissenschaftler Stefan Busch, Eitelkeit und Ehrgeiz: „Er hätte bei sich anders entwickelnden politischen Mehrheitsverhältnissen wohl auch einer linken Regierung, die seine Dienste honoriert hätte, zur Verfügung gestanden.“ Möller wurde zu einem der bedeutendsten jungen nationalsozialistischen Autoren und war als Kulturfunktionär tätig. 1933 wurde er Chefdramaturg am Königsberger Theater, ab 1934 Theaterreferent im Propagandaministerium, 1935 „Reichskultursenator“ und Mitglied der „Reichsjugendführung der HJ“. Ebenfalls 1935 erhielt er von Joseph Goebbels, der ihn als „wahres Sprachgenie“ lobte, den von ihm gestifteten „Nationalen Buchpreis“, 1938 den „Staatspreis für Literatur“. Mit „Rothschild siegt bei Waterloo“ schrieb Möller 1934 eine judenfeindliche „Komödie“, die sich aber geschickt jeder offenen antisemitisches Propaganda enthielt und zu seinem größten Bühnenerfolg wurde. Im Auftrag von Goebbels verfaßte er 1936 das im Begleitprogramm der Olympischen Spiele uraufgeführte „Frankenburger Würfelspiel“, Höhepunkt und „Modellstück“ der kurzlebigen NS-Thingspielbewegung. Daneben setzte ihn Goebbels als Autor für zwei antisemitische Spielfilme ein: Er war Mitverfasser des Drehbuchs zu Veit Harlans Hetzfilm „Jud Süß“ (1940). Und mit Mirko Jelusich schrieb er das Drehbuch zu „Die Rothschilds“ (1940). In einem Interview im September 1939 sagte Möller, der Film solle zeigen, „daß der Jude ein ganz anderer Mensch ist als wir, und daß ihm die uns angeborene sittliche Kontrolle über sein Handeln überhaupt fehlt.“ 1938 war Möllers Drama „Der Untergang Karthagos“ auf Veranlassung des NSDAP-Chefideologen Alfred Rosenbergs aus den Spielplänen gestrichen worden, weil es von einigen Parteigenossen als Beleidigung empfunden wurde. Zu Weihnachten 1938 verfaßte Möller im Auftrag von Reichsjugendführer Baldur von Schirach das Buch „Der Führer“, in dem er Adolf Hitler mit Martin Luther verglich und ihm gottgleiche Fähigkeiten zuschrieb. Das Buch, von dem bereits eine halbe Millionen Exemplare ausgeliefert waren, stieß wegen seiner „frühchristlichen“ Tonart und „Verkitschung des großen Kampfes“ auf Widerstand innerhalb der NSDAP und wurde aus dem Vertrieb genommen. Möller war als Spielball in den kulturpolitischen Kampf zwischen Rosenberg und Goebbels/Schirach geraten. Möller entzog sich dem Druck, indem er sich im Winter 1939/40 freiwillig als Kriegsberichterstatter zur SS-Panzerdivision „Wiking“ meldete und sich von da an als unpolitischer „reiner Künstler“ stilisierte, der als Ästhet hoch über den Alltäglichkeiten des NS-Staates stehe. Obwohl die parteiinternen Angriffe gegen ihn nicht nachließen, konnte er in der SS-Zeitschrift „Das schwarze Korps“ und in der HJ-Zeitschrift „Wille und Macht“ ungehindert weiter veröffentlichen. Dort erschien im Juni 1941 sein Gedicht „Der Tote“, in dem er einen gefallenen Soldaten beschrieb:
„Ich habe Erde über meinen Lippen. In meinem Munde ist ein großer Stein. Der sanfte Maulwurf geht in meinen Rippen und ist mein Freund. Ich bin nicht mehr allein.“
Diesmal warf man ihm „ästhetisierende Leichenschändung“ und „Verhöhnung des gefallenen Soldaten“ vor. Auch sein Buch „Die Maske des Krieges“ (1941) wurde als geschmacklos kritisiert. Möller, mittlerweile SS-Offizier, bekam „Frontbewährung“ bei der Waffen-SS. Seine Bücher wurden aber ungehindert weiter vertrieben. Nach Kriegsende wurde Möller als Angehöriger einer „verbrecherischen Organisation“, automatisch interniert.1948 entlassen, fuhr Möller in seiner literarischen Tätigkeit fort, eine Auseinandersetzung mit seinem Wirken nach 1933 hielt er nicht für nötig. Die von ihm als Zurückweisung empfundene Behandlung durch Teile des NS-Kulturapparats bot ihm jetzt die Möglichkeit, seine Rolle im III. Reich als reines Künstlertum zu definieren und damit – zumindest für sich selbst – die psychologische Grundlage für eine künstlerische Existenz in der Nachkriegszeit zu schaffen. Geändert hatte Möller sich nicht: „Demokratie“ blieb für ihn „die Brutstätte für jede Art von Verlogenheit, Zuchtlosigkeit und Formlosigkeit. Wahre Kultur ist aristokratisch.“ Ab 1955 nahm er auch wieder an den 1934 von Hans Grimm gegründeten „Lippoldsberger Dichtertreffen“ teil. Da seine Stücke nach 1945 nicht mehr aufgeführt werden konnten, trat Möller zunächst mit drei auf den ersten Blick harmlosen Geschichtsromanen an die Öffentlichkeit: „Die Frauen von Ragusa“ (1952), in der das Idealbild einer Adelsrepublik entworfen wurde, „Die Geliebte des Herrn Beaujou“ (1954) sowie einer überarbeiteten Neuauflage des schon 1935 erschienen Buchs „Das Schloß in Ungarn“ (1953), aus dem die übelsten antisemitischen Ausfälle der Erstausgabe entfernt worden waren. 1963 erschien der Roman „Chicago“, in dem sich die Beschreibung der jüdische Spekulantenfamilie Leiter mit Kapitalismuskritik am Beispiel von Börse und Schlachthäusern mischt. Die Formlosigkeit des überlangen und aus zahllosen Quellen mehr schlecht als recht kompilierten Werkes zeigt die intellektuelle Hilflosigkeit, in der sich Möller Anfang der 1960er Jahre befand. Für ihn selbst aber war dies Buch sein wichtigstes Werk der letzten Jahre. Die mangelnde öffentliche Resonanz interpretierte er als Beweis einer „kulturpolitischen Verschwörung“. Daraufhin scheint Möller jede Art von „Anpassung“ an die Kulturszene der Bundesrepublik aufgegeben zu haben. Seine literarische Texte wurden ab Mitte der 1960er Jahre offen neonazistisch und spielten, so Stefan Busch, mit „fiktiven Identitätskonstruktionen mit deutlichen Zügen von Paranoia“. Der Roman „Doppelkopf“, den Möller 1966 unter dem Pseudonym Anatol Textor veröffentlichte, handelt von Zwillingsschwestern in den Niederlanden zur Zeit der deutschen Besetzung. In einer eigenartigen Umwertung der Realität sind hier in einigen Szenen die Deutschen die Verfolgten, tritt eine Schrecken verbreitende holländische Polizei-Sondereinheit in an die Gestapo erinnernden Ledermänteln auf und mutiert Möllers Held und alter ego zum tragisch scheiternden Widerstandskämpfer. 1971, in Möllers letztem Lebensjahr, erschienen ein Buch über seine Zeit als SS-Offizier („Russisches Tagebuch“) und eine Sammlung von vermeintlich satirischen Gedichten, das „Frozzel-Brevier“, in dem Möllers künstlerischer Niedergang besonders deutlich wird:
„Ich zieh im gleichen Schritt und Tritt Mit Mätzen und mit Motzen; ich teufle, dutschkle, beatle mit und bin mir selbst zum Kotzen.“
Sein Tod in der Neujahrsnacht 1972 fand nur in rechtsextremen Publikationen Erwähnung. Eberhard Wolfgang Möller ist Vater des MDR-Hörfunkdirektors Johann Michael Möller.
Werke: * Bauern. Ein siebenbürgisch Schauspiel in 3 Aufzügen (1925) * Kalifornische Tragödie in 10 Bildern (1929) * Douaumont oder Die Heimkehr des Soldaten Odysseus. Sieben Scenen (1929) * Panamaskandal. Schauspiel in acht Szenen (1930) * Rothschild siegt bei Waterloo (1934) * Die Höllische Reise (1934) * Die erste Ernte. Gedichte (1934) * Berufung der Zeit. Kantaten und Chöre (1935) * Volk und König oder Die verschwundene und wiedergefundene Majestät (1935) * Das Schloß in Ungarn (1935, veränderte Neuauflage 1953) * Die Briefe der Gefallenen. Ein festliches Vortrags-Spiel vom Krieg (1935) * Das Frankenburger Würfelspiel (1936) * Der Sturz des Ministers. Schauspiel (1937) * Der Admiral. Drei Novellen (1937) * Der Untergang Karthagos. Ein Drama in drei Akten (1938) * Der Führer. Das Weihnachtsbuch der deutschen Jugend (1938) * Der Reiterzug. Schicksalsminuten der deutschen Geschichte (1939) * Die Maske des Krieges (1941) * Das Opfer. Spiel in drei Akten (1941) * Das brüderliche Jahr. Gedichte (1941) * Die Frauen von Ragusa (1952) * Die Geliebte des Herrn Beaujou (1954) * Chicago oder Der Mann, de auf das Brot trat (1963) * Doppelkopf. Die Aufzeichnungen der Henriette Jakobs (1966), als Anatol Textor * Die Söhne des Mars. Zwölf Novellen (1970) * Russisches Tagebuch. Aufzeichnungen vom Südabschnitt der Ostfront 1941 bis 1943 (1971) * Frozzel-Brevier (1971) * Die feindlichen Schwestern. Die Aufzeichnungen der Henriette Jakobs (1983) = 2. Aufl. von Doppelkopf (1966)
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