»Die >Caine< war ihr Schicksal«: ein unbestreitbarer Welterfolg. Herman Wouks Roman erreichte Millionenauflagen, das Bühnenstück wurde zum internationalen Theaterereignis, der Film ging durch die Kinos aller Länder. Dieses Buch ist nicht nur eine faszinierende Darstellung einer Episode aus dem Kampf der in Pearl Harbor schwer angeschlagenen US-Flotte im Pazifik - es ist zugleich eine moralische Aussage über den Krieg und die Zerstörung des Menschen durch den Krieg: eine Aussage, die noch heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat.
Die Frage nach Recht und Schuld der Meuterer, voran des Intellektuellen und Schriftstellers Keefer und des Berufsoffiziers Maryk,
läßt Antworten zu, die sich widersprechen. Ist die Absetzung des Kommandanten, des Leuteschinders, des Feiglings, des Versagers in höchster Gefahr für Schiff und Mannschaft nicht schon deshalb gerechtfertigt, weil sie unter bestimmten Bedingungen in den »Navy Regulations« vorgesehen ist? So das Urteil des Kriegsgerichts, das die Meuterer freispricht. Oder mußte nicht auch ein Mann wie Commander Queeg, ein Zerrütteter, ein Opfer seiner Unzulänglichkeit, an der Stelle, die er einnahm, seine Kräfte einsetzen, um den Krieg zu gewinnen? So die Meinung des Verteidigers der Meuterer, geäußert nach Abschluß des Verfahrens. Beides sind gültige Aussagen zur Moral des Krieges - zur Moral aller Kriege.
Umschlaggestaltung: K. Hartig Umschlagfoto: Sammlung Menningen
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