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Fachbuch: Zu Gast
4000 Jahre Gastgewerbe
Herausgeber: Hardy Eidam, Barbara Grotekamp-Schepers, Ulla Heise und Wolfgang Schepers
Das Gastgewerbe gilt als das zweitälteste Gewerbe der Menschheit. Bereits vor 4000 Jahren ist von einer Schenkwirtin die Rede, die einen verzweifelten Mann am Tresen tröstet. Wussten Sie, dass Goethes Großvater Gastwirt war und Schiller ständig was auf dem Kerbholz, nämlich Zechschulden, hatte? Oder wie eine Menschenfressergabel oder ein Brot aus der ältesten Betriebskantine der Welt aussehen?
Wussten Sie, dass Goethes Großvater Gastwirt war und Schiller ständig was auf dem Kerbholz, nämlich Zechschulden, hatte? Oder wie eine Menschenfressergabel oder ein Brot aus der ältesten Betriebskantine der Welt aussehen?
Erstmals widmet sich eine von drei Museen gemeinsam veranstaltete Ausstellung der Gastgewerbe-Historie über Jahrtausende hinweg. Mit zum Teil einmaligen Objekten verschiedener Kulturkreise bekommt der Museumsgast Einblicke in die Anfänge des Gastgewerbes, dessen Besonderheiten, dessen skurrile und unbekannte Seiten.
In einem Erfurt-Kapitel und zwölf Komplexen werden mit zum Teil einmaligen Exponaten verschiedenste Themenkomplexe behandelt: Hier einige Beispiele:
Vom Feind zum Gast
Der Mensch kocht, das Tier nicht. Die Evolution des Menschen geht parallel mit der des Kochens. Unsere Vorfahren begannen vor 250.000 Jahren (nach neuesten Theorien schon vor 2 Millionen Jahren) zu kochen. Nicht durch Arbeit, sondern durch seine Vorliebe für warmes Essen ist der Homo erectus intelligent geworden. Gekochte und gebratene Nahrung haben die Entwicklung mehr befördert als jede andere Kulturleistung (Wrangham). Das gemeinsame Essen und Trinken – „gehen wir doch mal ein Bier trinken“ - sind noch heute die wichtigsten Zeichen von Friedens- und Verständigungswillen.
Imbiss-Buden, Garküchen, Betriebskantinen und Kneipenbordelle im alten Orient, in Ägypten und Rom
Mit der Etablierung von Warenaustausch und Geldwirtschaft im alten Orient wird das Gewähren von Gastlichkeit unter bestimmten Voraussetzungen (Urbanität, Mobilität, Verkehr) eine normale Dienstleistung und unterliegt den Gesetzen des Marktes. So entsteht das zweitälteste Gewerbe der Menschheit – der Beruf von Gastwirtin und Gastwirt.
Im alten Orient werden gebratene Heuschrecken an Imbiss-Buden verkauft und die ersten Gastgewerbegesetze der Welt verabschiedet. Aus Ägypten kommt eine 4500 Jahre alte Brotbackform, wie sie in den „Betriebskantinen“ der Pyramidenarbeiter verwendet wurde. In den altrömischen Tavernen frönt man illegalem Glücksspiel oder geht gleich ins Kneipen-Bordell.
Bezahlte Gastlichkeit vom Mittelalter zur Neuzeit
Seit dem späten Mittelalter unterscheidet man Herrenwirte, Mittelwirte und Koch-, (Speise-, Tisch- oder Sauf-)wirte. Die Zeche borgen und das Anschreiben übers Jahr sind gängige Praxis.
Prost! Warum stößt man eigentlich an?
Das Anstoßen mit Trinkgefäßen ist ursprünglich ein Vertrauensbeweis, d. h. eine Giftprobe. Um einer Vergiftung vorzubeugen, wurde mit randvoll gefüllten Krügen heftig angestoßen, damit das Bier bzw. der Wein ins Gefäß des Gegenüber schwappte. Wer sich weigerte, dies zu tun, machte sich verdächtig und „erregte Anstoß“. Etliche Giftabwehrgefäße sind ausgestellt.
Ein innovationsfreudiges Gewerbe
Im 18. Jahrhundert sind kaffeehäuser, im 19. Jahrhundert Restaurants völlig neuartige Betriebsformen, die an der Entwicklung von groben Sitten hin zur feinen Lebensart wesentlichen Anteil tragen.
Das Hotelsilber wird im Jahr 1770 in Thüringen erfunden.
Im 19. /20.Jh. entwickelte sich das Gastgewerbe zur Innovationslokomotive im Bereich Hotellerie, Getränke- und Küchentechnik. Stapelbare Geschirr-Systeme entstehen.
Heute befindet sich das Gastgewerbe im Spannungsfeld von Global und Regional, von Einzellösung und System. Fernseh- und Molekularköche haben Hochkonjunktur. Das Kaffeehaus mit Kuchen ist tot, dafür gibt es den Coffee Shop mit Latte (macchiato). Thüringen befindet sich im Segment Hotelporzellan mit Kahla an der Weltspitze.
Ausstellungsdaten:
17. Mai bis zum 5. Oktober 2008 im Erfurter Stadtmuseum
15. November 2008 bis zum 13. April 2009 im Deutschen Klingenmuseum in Solingen
14. Mai bis zum 30. August 2009 im Kestner-Museum in Hannover
Auf dem Bild sehen Sie das Buch. Ihr Exemplar wurde nicht für die Fotos
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Herausgeber: Hardy Eidam, Barbara Grotekamp-Schepers, Ulla Heise und Wolfgang Schepers
Verlag: Stadtmuseum Erfirt
Erscheinungsdatum: 05.2008
Auflage: Erstauflage 2008
Seitenanzahl: 255 Seiten
Abbildungen: zahlreiche zumeist farbige Abbildungen
Buchart: Softcover
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-930315-31-9
ISBN 13: 978-3-930315-31-4
Größe: ca. 210 x 292 x 18 mm
Gewicht: ca. 1.150 Gramm
Zustand: ungelesen
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