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Fachbuch: Gerhard Marcks
Zwischen Bauhaus und Dornburger Atelier
Das vorliegende Werk über die Arbeiten von Gerhard Marcks zeigt in einer Retrospektive seine Arbeiten aus den Bereichen Bronze, Holzschnitte, Zeichnungen, Drucke, Holzplastiken, Porzellan und vieles mehr. Dieses Buch umfasst neben einem hervorragenden Textteil auch einen sehr großen Bildteil.
Auszug aus dem Inhalt:
Grußwort - Thomas Wurzel
Zwischen Bauhaus und Dornburger Atelier - Erik Stephan
"Ich will als Bildhauer sterben ..." - Arie Hartog
1914-1924 "In Dornburg hoffe ich auf ungestörte Arbeitsjahre" - Hans Peter Jakobson
"Die geistige Gegenwart der Antike" in Jena und Halle 1925-1933 - Daniel Koep
"... denn die Hinneigung zur Veredelung der Gebrauchsform ist unserer Generation in die Wiege gelegt." - Walter Scheiffele
Die Sintrax-Kaffeemaschinevon Gerhard Marcks
Gerhard Marcks und die 50er Jahre - Veronika Wiegartz
Bildtafeln
Skulpturen und Zeichnungen
Dornburger Skizzenbuch (1920-1923)
Druckgraphik
Anhang mit Katalog, Biographischer Übersicht und Pressestimmen
Über Gerhard Marcks, geb. 18.02.1889 in Berlin, gest. 13.11.1981:
Gerhard Marcks gehört neben Ernst Barlach, Georg Kolbe und Wilhelm Lehmbruck zu den wichtigsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Seine Skulpturen gelten als Inbegriff einer aus klassischen Traditionen schöpfenden und zugleich modernen Formensprache, die dem Figürlichen verpflichtet ist.
Skulpturen:
Am Anfang seiner Karriere vor allen Dingen der Tierplastik zugewandt, entdeckte er schnell die menschliche Figur als dasjenige Thema, welches seinen Intentionen am meisten entsprach. Zeit seines Lebens ist er ihr treu geblieben. Nach einer eigenständigen Werkphase in der ersten Hälfte der 20er Jahre, als er sich einer expressionistischen Formensprache bedient hatte, fand er in den Folgejahren zu einem naturalistischeren Menschenbild zurück. Eine klare, beinahe strenge Formensprache, die sich auf das Wesentliche des Sujets beschränkt, blieb ihm von nun an eigentümlich. Seine Themen erschloss sich Gerhard Marcks aus dem häuslichen Genre, innerhalb des Porträts, der christlichen Religion und der griechischen Mythologie. Nie wirken seine Gestalten heroisch oder von Pathos beladen, sondern spiegeln menschliche Grundstimmungen, manchmal auch eine leise Verhaltenheit wider. Neben wenigen Versuchen in Stein blieb ihm die Bronze seit der zweiten Hälfte der 20er Jahre das bevorzugte Material.
Handzeichnungen:
Die Zeichnung diente Gerhard Marcks in erster Linie als Hilfsmittel für die plastische Arbeit. In der Regel, während Modellsitzungen entstanden, umkreisen sie auf der Suche nach der endgültigen Form in immer neuen Ansichten eine bildnerische Idee. Häufig ist es die vollständige Figur, die von unterschiedlichen Seiten aus gesehen wird. Daneben stehen Detailstudien, die sich isoliert mit einzelnen Problemen der Darstellung auseinander setzen. Ganz der Bildhauer werden seine Blätter durch einen festen, reduzierten Strich charakterisiert, der die Umrisslinien des Sujets sicher wiedergibt und beinahe ohne Binnenzeichnung auskommt. Ein harter Bleistift ist das bevorzugte Werkzeug. Parallel zu den Modellstudien waren Stift und Papier für Gerhard Marcks ein praktisches, leicht zu handhabendes, Ausdrucksmittel, das ihn auf seinen Reisen begleitete und zu dem er auch im häuslichen Umkreis griff, um Momentaufnahmen oder Landschaftseindrücken eine bleibende Erinnerung zu verleihen.
Druckgraphik:
Es sind der Holzschnitt und später die Lithographie, mit denen sich Gerhard Marcks innerhalb der druckgraphischen Techniken besonders beschäftigt hat. Der Holzschnitt, der am Ende des 19. und Anfang des 20. Jhs. eine Renaissance erlebte, kam Gerhard Marcks durch das Material und eine der Bildhauerei verwandte, strenger Konzeption unterliegende, Ausführung entgegen. Die Bildidee kommt hier in wenigen, gut durchdachten, Linien zum Ausdruck. Besonders zwischen den Jahren 1919 und 1925, als er im thüringischen Dornburg die Töpferwerkstatt des Staatlichen Bauhauses in Weimar betreute, sind zahlreiche Druckstöcke entstanden, die heute zu den Höhepunkten innerhalb seines Werkes zählen. In einer spätexpressionistischen Formensprache schildern sie das ländliche Leben, mit dem sich der Bildhauer damals tagtäglich konfrontiert sah. Später, in den 50er Jahren, ist es die griechische Mythologie, welche ihn beschäftigt. Daneben bleibt er Themen wie dem Ausdruck menschlicher Befindlichkeit, Grundlage seines bildhauerischen Schaffens, und der Landschaft als rein zeichnerischem Sujet verbunden. In seinem Alterswerk erhält gerade die Letztere ein ungeahntes Gewicht. Dem hochbetagten Künstler fiel die Bearbeitung von Holz und anderen harten Materialien immer schwerer und so wandte er sich im Verlaufe der 70er Jahre mehr und mehr der Lithographie zu, die es ihm erlaubte, mit Kreide auf entsprechend präparierte Steinplatten zu zeichnen. Mit weichen, beinahe malerischen Zügen entstehen Landschaftsausschnitte aus der Eifel, wo
Gerhard Marcks einen Großteil seiner letzten Lebensjahre verbrachte.
Lebensdaten:
| Jahr |
Ereignis |
| 1889 | am 18.
Februar in Berlin am Kurfürstendamm als Sohn eines Kaufmanns geboren. |
| 1907 | nach dem Abitur:
Reise nach Norwegen, zeichnete Landschaftsansichten.
Tierstudien im Berliner Zoo. Lernte über seinen Bruder, den Architekten Dietrich Marcks, Richard
Scheibe kennen und trat in dessen Atelier ein. |
| 1908 | Gerhart Hauptmann
kauft auf einer Ausstellung der Berliner Secession eine seiner ersten Tierskulpturen. |
| 1911 | arbeitet in Porzellan für die Schwarzburger Werkstätten. |
| 1912-1913 | Militärdienst in Lübeck. |
| 1914 | für ein Haus von Walter Gropius auf der Kölner Werkbundausstellung arbeitet er mit Scheibe zusammen einen Terracottafries. Reise nach Frankreich. Heirat mit Maria Schmidtlein. Einzug in den Krieg nach Flandern. |
| 1915 | kommt als Schwerkranker aus dem Krieg zurück. |
| 1917 | wird als künstlerischer Berater für die Kriegsgräberfürsorge nach Westpreußen kommandiert. |
| 1918 | nach Beendigung des Krieges: Berufung von Bruno Paul an die Kunstgewerbeschule Berlin. |
| 1919 | Berufung an das Staatliche Bauhaus in Weimar durch Walter Gropius, übernimmt die Leitung der Töpferabteilung in Dornburg. |
| 1925 | nach Auflösung des Bauhauses in Weimar: Professor an der Kunstgewerbeschule auf der Burg Giebichenstein in Halle. |
| 1925-1927 | Reisen nach Italien. |
| 1928 | Villa-Romana-Preis des Deutschen Künstlerbundes. Erste Reise nach Griechenland. |
| 1930 | nach dem Tode von Paul Thiersch Direkor i.V. der Werkstätten Burg Giebichenstein. |
| 1933 | wird aus seinem Amt entlassen und geht nach Niehagen bei Wustrow in Mecklenburg. |
| 1934 | Stipendiat der Villa Massimo, Rom. |
 | 1937 |
Werke von Marcks auf der "Entarteten"-Ausstellung. Beschlagnahme von 24 Arbeiten in der Galerie Buchholz. Ausstellungsverbot und Androhung des Arbeitsverbotes. Ludwig Kasper stellt ihm in Berlin sein Atelier zur Verfügung. |
| 1939 | Atelier am Nikolassee in Berlin. |
| 1941 | Reise nach Italien. |
| 1943 | Atelier am Nikolassee in Berlin. |
| 1944 | Rückzug nach Mecklenburg. |
| 1945 | Zerstörung und Plünderung von 17 Kisten früherer Arbeiten, die bei Freunden in Halle versteckt waren. |
| 1946 | Berufung durch Ahlers-Hestermann an die Kunstschule nach Hamburg. |
| 1946-1948 | Fortsetzung des von Barlach begonnenen Figuren- frieses an der Katharinenkirche in Lübeck. |
| 1949 | Goethe-Medaille.
Reise nach Spanien. |
| 1950 | Übersiedlung nach Köln als freischaffender Künstler.
Folgt einer Einladung der Fai rmont Park Associaton in die USA. |
| 1952 | Ritter des Ordens "Pour le Mérite".
Stephan-Lochner-Medaille der Stadt Köln. |
| 1953 | Reise nach Italien. |
| 1954 | Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
Reise nach Griechenland. |
| 1955 | Kunstpreis der Stadt Berlin.
Auf Einladung der Südafrikanischen Kunstvereinigung: Reise nach Namibia und Südafrika. |
| 1963 | Reise in die USA und nach Mexiko. |
| 1981 | am 13. November
gestorben. |
Auf den Bildern sehen Sie das Buch. Ihr Exemplar wurde nicht für die Fotos
genutzt und ist noch ungelesen. Eine Folienverpackung war bei diesen
Katalogen nicht vorhanden.
Herausgeber: Städtische Museen, Jena
Autor: Erik Stephan (Hrsg.)
Erstauflage: 09/2004
Auflage: 1. Auflage 2004
Seitenanzahl: 176 Seiten
Buchart: Softcover
Abbildungen: 101 s/w und 60 Farbabbildungen
Sprache: deutsch
ISBN 10: 3-930128-65-9
ISBN 13: 978-3-930128-65-5
Größe: ca. 280 x 225 x 11 mm
Gewicht: ca. 1.100 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
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