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Fachbuch: Böttgersteinzeug in Dresden (Meissen) NEU

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Fachbuch: Böttgersteinzeug
Johann Friedrich Böttger und die Schatzkunst


Das 1709 erfundene Böttgersteinzeug, vor der Nacherfindung des weißen Porzellans das edelste keramische Erzeugnis Europas, fand auch Eingang in den exklusiven Bereich der höfischen Schatzkunst. Das Augenmerk wird dabei sowohl auf das große Spektrum der technischen Veredelungstechniken als auch auf die Vorbilder aus der Goldschmiedekunst gerichtet.

Das „rothe Porcellain“, 1709 von Johann Friedrich Böttger und Johann Ehrenfried Walter von Tschirnhaus erfunden und allgemein als Böttgersteinzeug bezeichnet, stellte vor der Nacherfindung des begehrten weißen Porzellans das edelste keramische Erzeugnis Europas dar. Durch verschiedene raffinierte Techniken veredelt, nahm es bald einen hohen Rang innerhalb der fürstlichen Repräsentation ein und fand etwa in der Kombination mit Rubinglas, Silber, Gold und Edelsteinen auch Eingang in den exklusiven Bereich der höfischen Schatzkunst. Angefangen mit dem Alchimisten Böttger selbst vermittelt die Publikation einen Überblick über das Spektrum des künstlerisch-kreativen Umgangs mit dem harten Material, den Vorbildern der Goldschmiedekunst und seiner besonderen Rolle in der Schatzkammer Augusts des Starken. Die Beiträge machen deutlich, dass das künstlerisch veredelte Steinzeug Böttgers auch wichtige Akzente im Bereich der Schatzkunst gesetzt hat.

Ausstellung:

Johann Friedrich Böttger und die Schatzkunst
Ausstellung des Grünen Gewölbe in Zusammenarbeit mit der Porzellansammlung
Residenzschloss, Neues Grünes Gewölbe, Sponsel-Raum
25. April bis 3. August 2009

Vor 300 Jahren brachte Johann Friedrich Böttger, der als Erfinder des europäischen Hartporzellans in die Geschichte einging, ein besonders exquisites Feinsteinzeug zur Produktionsreife: das „Böttgersteinzeug“. Es zeichnete sich durch eine ungewöhnlich große Dichte und Härte aus und wurde durch raffinierte Techniken so veredelt, dass es schon bald einen hohen Rang innerhalb der fürstlichen Repräsentation einnahm.

Zusammen mit dem Dresdener Hofgoldschmied Johann Jakob Irminger imitierte Böttger die Formen und Gestaltungsprinzipien des chinesischen Porzellans und griff auf Vorbilder aus der europäischen Goldschmiedekunst zurück, die er auf das neue Steinzeug übertrug. Er wandte Methoden der Veredelung wie Schleifen, Polieren, Glasieren und Lackieren an sowie eine spezielle schwarze Glasur, die nach dem Brennen häufig sowohl mit kalten Ölfarben als auch mit Gold und Silber bemalt wurde. Von höchster Qualität sind die Schnitt- und Schliffdekore, die Reliefauflagen, die Bemalungen des Steinzeugs mit Emailfarben und die Verzierung der Gefäße mit einem Besatz aus Silber, Gold und Edelsteinen. Daher stellte der Meißner Manufakturinspektor Johann Melchior Steinbrück 1720 stolz fest: „Das allerbeste von solchen Waaren aber habe I.K.M. [Ihre Königliche Majestät, August der Starke] in Dero Grünen Gewölbe und Japanisches Palais zu Alt Dreßden“.

Die Präsentation zeigt erlesene und seltene Beispiele solch verfeinerten Steinzeugs aus dem Grünen Gewölbe, der Porzellansammlung und einer deutschen Privatsammlung, ergänzt von zwei Entwurfszeichnungen des Sächsischen Hauptstaatsarchivs. Rubingläser in Überfangtechnik sowie Steinschnittgefäße aus Chalzedon und Jaspis vermitteln zudem einen Eindruck vom Ideenreichtum des universellen Alchimisten. Diesen Erfindergeist Böttgers sowie die Bezüge des Steinzeugs zur Schatzkunst aufzuzeigen hat sich auch die parallel zur Ausstellung im Deutschen Kunstverlag erscheinende Publikation zum Ziel gesetzt.

Über den Autor:

Prof. Dr. Dirk Syndram ist seit 1993 Direktor des Grünen Gewölbes. Der Kunsthistoriker ist zudem seit 2002 verantwortlich für die gesamte Neueinrichtung des Dresdner Residenzschlosses. Er studierte Kunstgeschichte, Ägyptologie und Archäologie an der Universität Hamburg. Nach mehrmonatigen Forschungsaufenthalten in London und Paris promovierte er 1985 mit der Arbeit"Ägypten-Faszinationen. Untersuchungen zum Ägyptenbild im europäischen Klassizismus bis 1800". Von 1986 bis 1987 war er als wissenschaftlicher Museumsassistent bei den Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz in Berlin tätig. Von 1987 bis 1992 leitete er die im Aufbau befindliche Kunstgewerbesammlung/Stiftung Huelsmann in Bielefeld. Syndram betont, im Grünen Gewölbe handele es sich um"die einzig erhaltene Schatzkammer des Barocks"dieser Größe.

Über das Das Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss:

Das Grüne Gewölbe ist eine der reichsten und berühmtesten Schatzkammern Europas. Der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke (1670-1733) ließ das Museum zwischen 1723 und 1729 unter der Leitung Matthäus Daniel Pöppelmanns errichten. Der Oberlandbaumeister erweiterte dafür die vier Räume, die damals schon mehr als 150 Jahre lang als sächsischer Staatstresor gedient hatten und bereits im 16. Jahrhundert aufgrund malachitgrün gestrichener Architekturteile im Pretiosensaal den Namen "Geheime Verwahrung des Grünen Gewölbes" trugen, zu einer dramaturgisch angelegten Folge von 8 Räumen.
Mit der Aufstellung des Juwelenschrankes im größten Raum der Geheimen Verwahrung, dem späteren Pretiosensaal, hatte August der Starke bereits einige Jahre früher begonnen, seine Schätze einer ausgewählten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er präsentierte Objekte, die er aus der 1560 gegründeten sächsischen Kunstkammer und der Schatzkammer auswählte und durch eine Fülle selbst erworbener Objekte ergänzte. Es entstand eines der ältesten Museen Europas, das die Zeiten und Moden bis ins 20. Jahrhundert überdauerte.

Dem Angriff auf Dresden am 13. Februar 1945 fielen drei der acht aufwendig ausgestatteten Räume des Grünen Gewölbes im Residenzschloss zum Opfer. Die beweglichen Kunst-gegenstände hatte man bereits auf die Festung Königstein im nahegelegenen Elbsandsteingebirge in Sicherheit gebracht. Direkt nach Kriegsende wurden die ausgelagerten Werke von der Trophäenkommission der Roten Armee beschlagnahmt und in die UdSSR abtransportiert. Aufgrund eines Beschlusses der sowjetischen Regierung konnten sie 1958 nach Dresden zurückkehren.
1959 zogen Teile der Sammlung in Räumlichkeiten des Albertinums ein, da eine Rückkehr in das Dresdner Schloss aufgrund der Kriegszerstörungen unmöglich war.
Nach über einem halben Jahrhundert und langen Vorarbeiten konnte 2001 mit der Restaurierung und Rekonstruktion der historischen Räume begonnen werden.

Das Buch ist auch auf Englisch erhältlich. Bitte geben sie bei der Bestellung an, wenn Sie es auf Englisch wünschen.

Herausgeber: Dirk Syndram und Ulrike Weinhold für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Texte: Dirk Syndram, Ulrich Pietsch, Ulrike Weinhold, Anette Loesch und Miriam Bothe
Verlag: Deutscher Kunstverlag, Berlin und München
Erstauflage: 04/2009
Auflage: 1. Auflage 2009
Seitenanzahl: 168 Seiten
Abbildungen: 81 farbigen und 2 schwarzweißen Abbildungen
Buchart: Klappenbroschur
Sprache: Deutsch (Englisch)
ISBN 10: 3-422-06899-6 (3-422-06900-3)
ISBN 13: 978-3-422-06899-5 (978-3-422-06900-8)
Größe: ca. 210 x 170 x 14 mm
Gewicht: ca. 500 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

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