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Fachbuch: Biedermeier-Tassen
Widmungen auf Porzellan - Die Sammlung Homann.
Autorin: Dr. Hildegard Wiewelhove
STARK REDUZIERT !!
Die in diesem Buch erstmals publizierte Biedermeier-Tassensammlung Homann umfaßt rund 130 Widmungstassen vorwiegend aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Viele namhafte europäische Porzellanmanufakturen sind mit hervorragenden Beispielen vertreten. Beeindruckend ist die ungeheure Vielfalt an Sprüchen, Formen, Dekoren und Bildmotiven. Alle Objekte sind großformatig abgebildet und bestens dokumentiert. Namhafte Autoren erläutern das Phänomen der "Tassen-Botschaften" und verorten es im Kontext des neuen bürgerlichen Selbstverständnisses der Zeit. Ein Buch für alle, die sich für Porzellan und die Kulturgeschichte des Biedermeier interessieren.
In der Zeit der Aufklärung erfährt der Begriff "Freundschaft" eine emotionale Aufladung und genießt seither eine geradezu kultartige Verehrung: ganz offen schmückt man sich nun mit Zeugnissen einer persönlichen Verbundenheit. Liebeserklärungen, Treueschwüre und Freundschaftsbekenntnisse entwickeln sich zur gesellschaftlichen Konvention. Ihren besonderen Niederschlag findet diese Mode auch auf individuell mit Spruch und Bild dekorierten Porzellantassen, hauptsächlich im Bürgertum. Vor allem in der Zeit von 1800 bis 1850 feiern sie einen sensationellen Erfolg.
Die Themen der Widmungstassen gewähren tiefe Einblicke in komplexe Gefühlslandschaften. Sie reichen von frechem Witz, über innige Zuneigung bis hin zu patriotischen Gefühlen vor dem Hintergrund der Befreiungskriege gegen Napoléon. Die Tassen werden so regelrecht zu Denkmalen der Liebe und Freundschaft oder zu solchen mit politischem Anspruch. Im Mittelpunkt des Denkens stehen die bürgerlichen Tugenden, die den neuen Maßstab für die Zeit des Biedermeier setzen.
Die in ihrer Art einmalige Privatsammlung Homann, die hiermit erstmals publiziert wird, umfaßt rund 130 Tassenobjekte. Viele namhafte europäische Porzellanmanufakturen sind mit hervorragenden Beispielen vertreten. Beeindruckend ist die Vielfalt der Formen und Dekore und die große Bandbreite an Sprüchen, figürlichen Allegorien oder Bildern, die bis hin zu Miniatur-Gemälden reichen. Alle Tassen der Sammlung Homann sind in der vorliegenden Publikation großformatig abgebildet und bestens dokumentiert. Namhafte Autoren erläutern die Botschaften der Widmungstassen - etwa die Regeln der "Blumensprache" - und verorten das Phänomen in seinem kulturhistorischen Kontext.
Ein Buch für alle, die sich für Porzellan und die Kulturgeschichte des Biedermeier interessieren!
Vorwort
Wandle auf Rosen und vergiß mein nicht -
Ein Vorwort
In den späten 1960er Jahren entdeckten Jochen und Sigrid Homann auf einem Flohmarkt eine kleine, steile Porzellantasse aus der Biedermeierzeit mit einer ungewöhnlichen Kombination von Bild und Schrift: Wandle auf [Rosen] und [Vergißmeinnicht] (Nr. 9, Detail). Begeistert von diesem originellen Rebus, hinterlegt auf feinstem Porzellan, machten sie sich auf die Suche, weitere Tassen zu finden.
Nicht das Dekorative, sondern der "Spruch", die besondere Botschaft, das war der Reiz, dem unsere Eltern beharrlich nachjagten. Sie fuhren auf Kunst- und Antiquitäten-Messen, durchstöberten Antiquitätengeschäfte, lasen Auktionskataloge und suchten nach neuen "Tässchen", wie sie die kostbaren Stücke nannten. Dabei entdeckten sie eine ungeheure Vielfalt an Motiven, Tassenformen, Porzellanmanufakturen. Jochen Homann hatten es zudem Emailgläser aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit kräftig-deftigen Zunft- und Trinksprüchen angetan. Und so öffnete sich ihnen eine neue kunst- und kulturhistorische Welt, in die sie mit großem Interesse eintauchten, Vergleiche zogen, Spuren suchten und sich selbst in einer gemeinschaftlichen Aktivität wiederfanden.
Was waren das für Menschen, die sich so für die kleinen Botschaften auf zerbrechlichem Material begeistern konnten? Jochen Homann wurde am 18.1.1924 in Dissen am Teutoburger Wald geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem elterlichen Gut Ahrensberg am Drewensee in Mecklenburg-Vorpommern. Wasser und Wald wurden zu bestimmenden Elementen seines Lebens. Mit dem "Notabitur" in der Tasche mußte er an die Front. Schwer verwundet kam er zurück, sein Traum, das Gut Ahrensberg forstwirtschaftlich zu führen, von der Politik zunichte gemacht. So wurde Jochen Homann im väterlichem Unternehmen in die Pflicht genommen und bewährte sich als Geschäftsführer der Homann-Gruppe in Dissen und Herzberg im Harz. Im April 1953 heiratete er die am 1.8.1930 in Berlin geborene Offizierstochter Sigrid Wenck. Nach der Geburt und Erziehung von uns vier Kindern kam endlich die Zeit, ihren eigenen Neigungen nachzugehen: Intensives Lesen und Reisen, die Freude Kunst und Kulturen kennen zu lernen, bestimmten dann beider Leben.
Herzenswärme und Offenheit charakterisierten Jochen und Sigrid Homann genauso wie ihr gutes Gespür für die manchmal ungewollte Komik besonders tiefsinniger Gedenksprüche. So entgingen sie der Gefahr, sich mit Kitsch zu umgeben. Sie schauten genau hin und erkannten den Wert der heiteren oder gemütvollen, bisweilen hintergründigen Sinnsprüche, mit denen Freundschaften und Tugenden beschworen werden. Das machte die Freude an diesem gemeinsamen Sammeln aus und zieht auch heute noch den Betrachter in Bann.
Im Laufe der Jahre entstand eine hochklassige Sammlung an klassizistischen und biedermeierlichen Tassen und Gläsern. Die Sammlung von Jochen und Sigrid Homann umfasst neben rund 130 Porzellantassen u.a. aus Berlin, Meissen, Paris und Wien, 64 Flaschen und Gläser mit Emailmalerei sowie 9 Gläser mit Transparentmalerei. Am 8.4.1993 starb Jochen Homann und am 28.10.1996 seine Frau Sigrid. Nach dem Tod unserer Eltern war es klar, daß die Sammlung nicht aufgeteilt, sondern komplett erhalten werden mußte. In Bielefeld, im Museum Huelsmann, fanden wir die passende Heimat für alle "Tässchen" und Gläser und übergaben sie 1997 als Dauerleihgabe. Zu unserer großen Freude sind sie dort einem breiteren Publikum zugänglich.
Schon lange bestand der Wunsch, dem Phänomen "Freundschaftstassen" sowie den vielen anderen Motiven kunstgeschichtlich tiefer nachzugehen und das Entdeckte schriftlich festzuhalten. In Dr. Manfred Meinz, dem ehemaligen Leiter des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück und langjährigem Freund unserer Eltern, der schon seit vielen Jahren profunder Begleiter der Sammlung war, fanden wir einen Autor, der sowohl den Spuren der Befreiungskriege auf Berliner Tassen nachging als auch den Parzen-Darstellungen. Frau Dr. Hildegard Westhoff-Krummacher, ehem. Westfälisches Landesmuseum Münster, entschlüsselte fromme und tugendhafte Bildinhalte der biedermeierlichen Tassenwelt und Dr. Thilo Tuchscherer, Düsseldorf, profunder Kenner der Thematik, untersuchte die Kunst- und Kulturgeschichte der Widmungstassen. Allen Autoren sei gedankt für ihre umfangreichen Recherchen mit erstaunlichen Entdeckungen und der ansteckenden Begeisterung für diese Kleinode aus Porzellan.
Als besonderen Glücksfall empfinden wir, dass Dieter Zühlsdorff, Verleger der Arnoldschen, unserem "Tassenbuch-Projekt" so begeistert und aufgeschlossen gegenüberstand. Nun ist in seinem Verlag aus den Texten und den großartigen Fotos von Irene von Uslar ein kostbares Buch entstanden, sorgfältig redaktionell betreut von Winfried Stürzl und gestaltet von Silke Nalbach und Volker Kühn. Dafür danken wir sehr.
Zum Schluß sei ganz besonders Frau Dr. Hildegard Wiewelhove, Museum Huelsmann, Bielefeld, gedankt. Sie hat nicht nur den Tassen und Gläsern in ihrem Haus einen besonderen Platz eingeräumt, sondern auch die Mühe der Herausgeberschaft des Buches übernommen. So erfährt die Sammlung, die das Leben unserer Eltern so bereichert hat und häufig Mittelpunkt ihrer Gespräche war, eine fundierte Würdigung.
Friederike Braubach, geb. Homann
Christine van Delden, geb. Homann
Henrik Homann
Andrea Scheidemann, geh. Homann
Es sind in diesem Buch Tassen der folgenden Manufakturen abgebildet:
Berlin, KPM
Frankenthal
Fulda
Fürstenberg
Gotha
Höchst
Holitsch
Limbach
Ludwigsburg
Meissen
Nymphenburg
Sèvres
Teinitz
Vincennes
Wallendorf
Wien
Auf den Bildern sehen Sie das Buch und einige Fotografien aus dem Buch. Ihr Exemplar wurde nicht für die Fotos genutzt und ist noch nicht ausgepackt.
Autorin: Dr. Hildegard Wiewelhove
Herausgeber: Dr. Hildegard Wiewelhove
Verlag: Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart
Erstausgabe: 04/2006
Auflage: Erstauflage 2006
Seitenanzahl: 192 Seiten
Abbildungen: 207 Abbildungen in Farbe
Buchart: Hardcover mit Schutzumschlag
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-89790-221-4
ISBN 13: 978-3-89790-221-3
Größe: ca. 306 x 252 x 22 mm
Gewicht: ca. 1.450 Gramm
Zustand: neu, ungelesen, eingeschweißt
Besonderheit: Verzeichnis der Stücke aus der Sammlung in Farbe
Hier statt 39,80 EUR für nur 24,80 EUR.
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