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Fachbuch: Art Déco Schmuck und Accessoires Dt. + Engl.

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Fachbuch: Art Déco Schmuck und Accessoires
Ein neuer Stil für eine neue Welt.
Herausgeber: Cornelie Holzach


Eine prachtvolle Schau dieses kurzen, aber heftigen Stil-Intermezzos zwischen den beiden Weltkriegen: von den edelsten und aufwendigsten Juwelenarbeiten bis hin zum Modeschmuck aus Bakelit und Galalit. Mit einem Beitrag über die Mode der 1920er und 1930er Jahre.

Das Ende des Ersten Weltkrieges stellte weite Teile Europas, -politisch wie gesellschaftlich, vor eine völlig neue Situation: Die Monarchien hatten ausgedient, und man übte sich in -Demo-kratie. Diese Umstände und das damit verbundene neue -Lebensgefühl verlangten nach neuen Ausdrucksformen in Musik, Tanz, Architektur, Malerei – und natürlich auch im Design. Hier kommt Frankreich eine Vorreiter-Rolle zu, die sich in der 1925 in Paris stattfindenden Ausstellung „Exposition International des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ manifestieren sollte. Deutschland war zu dieser Ausstellung nicht eingeladen – der erst wenige Jahre zuvor beendete Erste Weltkrieg zeigte noch seine Wirkung.

Dem Art Déco-Stil, der dem strengen Raffinement in Gestaltung und Materialauwahl den Vorrang gab, fühlten sich alle großen Schmuckentwerfer verpflichtet: Häuser wie Cartier, Boucheron, René Lalique, Georges Fouquet, aber auch Designer wie Jean -Desprès oder René Boivin. Etwa ab 1928 findet man auch bei dem am Bauhaus tätigen Naum Slutzky diesen Formenkanon, der sich dann in der Schmuckindustrie auch bei Theodor Fahrner Nachf. Gustav Brändle in Pforzheim oder bei Jakob Bengel in Idar-Oberstein niederschlägt.

Das Buch entstand zur gleichnamigen Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim in der Zeit vom 20. September 2008 bis 11. Januar 2009.

Vorwort:

Cornelie Holzach

Die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen waren geprägt von enormen politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen, die endgültig die Strukturen des 19. Jahrhunderts der Vergangenheit angehören ließen. Diese »neue Zeit« spiegelt sich in der revolutionären Aufbruchsstimmung, so auch in Kunst und Kultur wider. Nicht nur Literatur, Musik und Malerei betreten Neuland, sondern auch die Dekorative Kunst verabschiedet sich von den Ideen und Formen der Vorkriegszeit. Der Jugendstil, bahnbrechend um die Jahrhundertwende, wird vehement abgelehnt wegen seines schwülstig dekadenten Impetus; er gilt jetzt als Synonym der »alten Zeit«, die man auch verantwortlich macht für das ungeheure Elend, das der Erste Weltkrieg auslöste. Neue Gesellschaftsordnungen etablieren sich oder werden erstmals in einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert. Dass aus einigen dieser politischen Strömungen noch weit größeres Unglück und Elend in die Welt gebracht würden, ist für die Menschen und damit auch die Künstler der 1920er Jahre nicht vorstellbar.

Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung zu Beginn dieses Jahrzehnts wird erst 1929 mit der Weltwirtschaftskrise abrupt beendet. Zuvor aber erobert der neue Stil - Sachlichkeit gepaart mit luxuriösesten Materialien - zunächst die Salons der Weltstädte, um dann auch breitere Gesellschaftsschichten zu erreichen. Architektur und Interior-Design, Mode und Accessoires - und, auffallend spektakulär der Schmuck - folgen den neuen Ideen in der Gestaltung. Spektakulär sind dabei die großen französischen Juweliere, die mit ausgesprochen avantgardistischen Entwürfen und wertvollen Edelsteinen, Perlen, Email und Lack, aber auch Stahl, herausragende Kreationen vorstellen. Die 1925 in Paris stattfindende Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes (Deutschland wurde zur Teilnahme nicht eingeladen) markiert die Etablierung des neuen Stils und ist zugleich Namensgeberin für die Bezeichnung »Art Déco«.

Bemerkenswert ist, wie »schmuckhaft« die neuen - und alten - Accessoires für die Damen und Herren der, vor allem französischen, Gesellschaft gefertigt sind. Zigarettenspitzen - zum ersten Mal rauchen Frauen in der Öffentlichkeit -, Abendtaschen oder kleine Behältnisse für unerlässliche Kosmetika wie Puder und Lippenstift sind weit mehr Schmuckstück als Gebrauchsgegenstand und belegen eindrücklich den unbändigen Wunsch nach Luxus in diesen Jahren.

In Deutschland entsteht, auch unter dem Einfluss des Bauhauses, ein Avantgarde Stil - die Neue Sachlichkeit -, der weniger Luxusgegenstand sein will, sondern vielmehr die modernen Kunstströmungen aufnimmt und in Schmuck und Metallgefäße übersetzt.

Mit der Objekt-Auswahl für Ausstellung und Publikation soll das breite Spektrum dieser außergewöhnlichen Stile illustriert und belegt werden; feinste Juwelenarbeiten und serieller Modeschmuck, luxuriöse Accessoires und avantgardistische Silberarbeiten zeugen alle vom Zeitgeist dieser Periode.

Zur Ausstellung

INSPIRATION BEI DEN PHARAONEN
Das Schmuckmuseum in Pforzheim zeigt Juwelen und Accessoires der zwanziger und dreißiger Jahre.

Was einst die ägyptischen Herrscher schmückte, kam Jahrtausende später, genauer: in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, wieder in Mode. Die großen Schmuckkünstler dieser Zeit setzten ganz im Stile des alten Ägypten farbige Halbedelsteine wie Karneol, Türkis, Onyx, Jade, Lapislazuli oder auch mattierten Bergkristall neben kostbare Edelsteine wie Diamanten, Saphire oder Smaragde.

Sie bedienten sich der edlen geometrischen Formen aus dem Altertum und überwanden so – bei aller Farbigkeit und Detailverliebtheit der Kreationen – die überbordende, wuchernde Ornamentik des Jugendstil.

Das Schmuckmuseum Pforzheim gibt mit einer großen Ausstellung nun einen Überblick über die faszinierenden Schöpfungen der Juweliere der Zeit des Art Déco. Zentrum dieser Stilrichtung war Frankreich, und die prominentesten Vertreter waren Firmen, die noch heute zu den Großen im Schmuckgeschäft gehören: das bereits vor 150 Jahren gegründete Haus Boucheron, Chaumet und Cartier. Sie fanden ihre Inspirationen unter anderem in den Antikenabteilungen des Louvre. In Deutschland waren es vor allem einzelne Goldschmiede wie Elisabeth Treskow, Theodor Wende und Herbert Zeitner, dazu die Künstler des Bauhauses.

In der Pforzheimer Ausstellung sind neben Ringen, Broschen, Anstecknadeln, Ketten, Uhren und Armbändern auch Utensilien wie Zigarettenspitzen oder Puderdosen zu sehen. Auch ein weiteres Phänomen des Art Déco wird vorgestellt: der Modeschmuck. Er war zum ersten Mal 1925 auf der "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes", nach der Art Déco seinen Namen erhielt, vorgestellt worden. Die Schmuckstücke aus Diamantimitaten und Glasperlen, aus Aluminium, dem ersten vollsynthetischen Kunststoff Bakelit, dem Mineral Markasit, dem Kunsthorn Galalith oder der Messinglegierung Tombak wurden aber erst gesellschaftsfähig, als die legendäre Modeschöpferin Coco Chanel Modeschmuck kreierte und in ihre Kollektion aufnahm.



Bitte beachten Sie auch unsere anderen Angebote zu Schmuck von Theodor Fahrner.

Auf den Bildern sehen Sie das Buch und einige Fotografien aus dem Buch. Ihr Exemplar wurde nicht für die Fotos genutzt und ist noch nicht ausgepackt.

Herausgeberin: Cornelie Holzach
Verlag: Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart
Erstauflage: 09/2008
Auflage: 1. Auflage 2008
Seitenanzahl: 160 Seiten
Buchart: Hardcover mit Schutzumschlag
Abbildungen: über 200 Farbabbildungen
Sprache: Deutsch und Englisch
ISBN 10: 3-89790-290-7
ISBN 13: 978-3-89790-290-9
Größe: ca. 288 x 238 x 16 mm
Gewicht: ca. 1.100 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

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