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Fachbuch: L' Art Nouveau - La Maison Bing
Die Schöpfung eines neuen Kunststils
Autoren: Gabriel P. Weisberg, Edwin Becker und Évelyne Possémé
START REDUZIERT! - Früher 49,90 Euro
Der Kunsthändler und Sammler Siegfried Bing (1838-1905) begründete mit der Eröffnung seiner Pariser Galerie “L`Art Nouveau” die nach ihr benannte Kunstbewegung. Mit seinem Gefühl für neue Strömungen vereinte Bing die Japanische Kunst unwiderrufbar mit der Kunst Europas und Amerikas. Seine große Sammlung beinhaltete außergewöhnliche Exemplare moderner Malerei, angewandter Kunst und Design, darunter Werke von Toulouse Lautrec, Munch, Bonnard, Signac, Tiffany und Van de Velde. Der vorliegende Katalog zu dem europäischen Ausstellungsereignis 2004/2005 erzählt die einzigartige Geschichte dieses weitsichtigen Kunstliebhabers und intelligenten Geschäftsmannes, dessen Gespür das Gesicht der Kunst einer ganzen Ära prägen sollte.
Aus dem Inhalt
- Das Bing Familienimperium
- Japan und Japanismus
- Siegfried Bing und seine frühen internationalen Kontakte
- Die zeitgenössische Kunst
- Siegfried Bing als Unternehmer
- Das Erbe
- Umfassende Darstellung der Epoche
- Über 300 brillante Abbildungen der Kunstwerke
- Das europaweite Ausstellungsereignis
- Malerei, Design, Möbel, Kunstgewerbe, Skulptur
Offizieller Katalog zur Ausstellung:
L'Art Nouveau. La Maison Bing
Amsterdam, Van Gogh Museum 26.11.2004 - 27.02.2005
München, Villa Stuck 18.03. - 31.07.2005
Barcelona, La Caixa 06.09.2005 - 29.01.2006
Paris, Musée des Arts décoratifs Jan - Mai 2006
Schwerpunkt des Buchs ist Glas des Jugendstils, vorzugsweise der französischen Hersteller. Es sind jedoch auch Objekte aus den Bereichen Keramik, Metall, Möbel, Textilien und Schmuck beschrieben. Besonders schön sind die vielen Abbildungen im Buch.
Zur Ausstellung - Villa Stuck, München:
L'ART NOUVEAU. LA MAISON BING
Der Entstehung des französischen Art Nouveau widmet sich das Museum Villa Stuck mit dem umfangreichen Projekt L'ART NOUVEAU. LA MAISON BING. Im Zentrum der Ausstellung steht der aus Hamburg stammende Kunsthändler und Sammler Siegfried Bing (1838 – 1905) und seine 1895 gegründete Galerie L'Art Nouveau, die der internationalen Kunstrichtung in Frankreich ihren Namen gab.
Siegfried Bing sammelte zunächst chinesische und japanische Kunst, die großen Einfluss auf europäische KünstlerInnen des 19. Jahrhunderts hatte. Vincent van Gogh etwa erwarb bei Siegfried Bing eine Sammlung japanischer Holzschnitte. Mit der Idee, elegante Möbel im unverkennbaren Neuen Stil (Art Nouveau) herstellen zu lassen, überwand Bing die Kluft zwischen bildender und angewandter Kunst. Zudem lieferte er künstlerische Lösungen zur Ästhetisierung von Wohnräumen. Siegfried Bing gründet ca. 1897/99 eigene Werkstätten für die Herstellung von Möbeln und Schmuck. Parallel dazu stellte er die von seinen Künstlern gestalteten Entwürfe Fremdproduzenten zur Verfügung, die sie in größerer Stückzahl und Vielfalt herstellen konnten. Die Werkstätten bilden einen Höhepunkt im Streben Bings nach der Neubelebung des französischen Designs mit höchstem Anspruch an Qualität und Fortschrittlichkeit. Sein Tod im Jahr 1905 bedeutete das Ende eines Unternehmens, das große Bedeutung für Kunst und Design des 20. Jahrhunderts bekommen sollte.
Die Ausstellung im Museum Villa Stuck erzählt die Geschichte des Art Nouveau mit Bings Galerie als Dreh- und Angelpunkt. Sie präsentiert etwa 400 Objekte und Kunstwerke, die im Auftrag Bings entstanden, in seiner Galerie gezeigt wurden, ihm gehörten: Glas von Tiffany, Gemälde und Plastiken von Künstlern wie Rippl-Ronai, Rodin, Vuillard sowie Möbel, Keramik und Schmuck von Van de Velde, Colonna, De Feure und Gaillard. Es ist die bisher umfassendste Ausstellung zu diesem Thema.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die Objekte aus dem Pavillon Art Nouveau Bing, Bings Beitrag zur Pariser Weltausstellung im Jahr 1900. Im Streben nach dem Gesamtkunstwerk verbunden mit Franz von Stuck, der seine Kunst ebenfalls in Paris präsentierte, brachte Bing damals noch relativ unbekannte Gestalter zusammen: Georges de Feure, Edward Colonna und Eugène Gaillard. Ihre eleganten Entwürfe – Wandschirme, Vitrinen, Porzellan, Glas und Textilien - vermitteln Eindrücke von Bings Pavillon.
L'Art Nouveau. La Maison Bing ist eine Ausstellung des Van Gogh Museums, Amsterdam und des Musée des Arts décoratifs, Paris. Kuratoren: Prof. Dr. Gabriel P. Weisberg, University of Minnesota, Minneapolis; Edwin Becker, Van Gogh Museum, Amsterdam; Evelyne Possémé, Musée des arts décoratifs.
Die Hommage des Museums Villa Stuck an Siegfried Bing steht in der Tradition von Ausstellungen wie Loie Fuller. Getanzter Jugendstil (1995/96), Hector Guimard. Castel Béranger und Métropolitain Bolivar (1999), F. Holland Day (2001), Alfons Mucha (2003) und ist eine Ausstellung des Jugendstil-Museums in der Villa Stuck.
Rezension:
Rezensiion von Michael Koch, Bayerisches Nationalmuseum, München
Wie kein anderer Kunsthändler hat Siegfried Bing die Entwicklung und das Erscheinungsbild des Jugendstils, namentlich Pariser Prägung, durch sein vielfältiges Wirken mitbestimmt. Seine im Dezember 1895 eröffnete Galerie "L'Art Nouveau" bildete nicht nur einen künstlerischen Kristallisationspunkt der Epoche, sondern hat der Stilbewegung in Frankreich auch ihren gültigen Namen gegeben.
Den weit über Paris hinausreichenden Aktivitäten Bings als Händler, Sammler, Kenner, Vermittler und Autor ist eine Wanderausstellung durch vier europäische Kunstmetropolen gewidmet, für deren Organisation das Musée des Arts Décoratifs in Paris als Hauptleihgeber und das Van Gogh Museum in Amsterdam als Initiator verantwortlich zeichnen. Mit seiner Beteiligung erinnert das niederländische Institut an Bings Bedeutung für Vincent van Gogh, der kurzfristig für den Händler tätig war und von diesem zahlreiche japanische Farbholzschnitte für seine Sammlung erwarb.
Ein zentrales Anliegen der Veranstalter war es, nur solche Kunstobjekte japanischer Werkstätten und des Art Nouveau zu präsentieren, die Bing über seine Galerie verkauft oder auf Ausstellungen gezeigt hatte. In gleicher Weise Berücksichtigung fanden Gegenstände, die im Zuge der Versteigerung von Bings Privatsammlung im Jahr 1900 oder durch Schenkungen seines Sohnes Marcel in Museen und private Hände gelangten. Dementsprechend wurde bei dem alphabetisch nach Künstlern geordneten Verzeichnis der rund 400 Exponate am Ende des Begleitbandes auf detaillierte Objekterläuterungen verzichtet, hingegen auf Angaben über Erwerbungsumstände und Ausstellungsdaten besonderer Wert gelegt. Als höchst instruktiv erweisen sich dabei die Angaben zu den Verkaufspreisen Bings, die, mangels überlieferter Geschäftsunterlagen, mühevoll aus Museumsinventaren und Korrespondenzen ermittelt werden mussten.
Dem schmalen Katalogteil sind elf Beiträge ausgewiesener Fachleute für die Kunst des Art Nouveau wie Évelyne Possemé, Philippe Thiébaut und Rüdiger Joppien vorangestellt. In der Folge der großzügig bebilderten Texte wird das überaus facettenreiche Spektrum von Bings Persönlichkeit und Entwicklung zum bedeutendsten Kunsthändler des Fin de Siècle in allen erdenklichen Aspekten entfaltet. Schwerpunkte bilden Bings Tätigkeit als Japanhändler, seine Rolle als geradezu missionarischer Vermittler des Japonismus und Art Nouveau zwischen Europa, Asien und den Vereinigten Staaten, schließlich sein Wirken als Galerist und Produzent von Inneneinrichtungen in eigenen Werkstätten, deren bedeutendste Leistung der berühmte Pavillon auf der Pariser Weltausstellung von 1900 verkörperte. Den gewichtigsten Anteil an den Katalogbeiträgen hat Gabriel P. Weisberg, neben Edwin Becker und Évelyne Possémé Mitherausgeber des Kataloges und sicherlich der profilierteste Kenner der Materie. Seine anlässlich einer Wanderausstellung in den Vereinigten Staaten im Jahr 1986 erschienene Bing-Monografie hat bis heute ihren Rang als grundlegendes wissenschaftliches Werk bewahrt und lieferte offensichtlich das Vorbild sowohl für die Objektauswahl wie auch für die Themenstruktur in dem vorliegenden Band.
In seinem einleitenden Essay gibt Weisberg eine detaillierte Schilderung des familiären Hintergrundes und der geschäftlichen Entwicklung des zunächst in Hamburg, seit 1854 in Paris tätigen Siegfried Bing. Eine entscheidende Weichenstellung bedeutete der von Weisberg minuziös nachgezeichnete Aufbau einer international agierenden Asiatica-Handlung in den 1870er-Jahren, aus der Bings überragende Stellung als kaufmännischer Vermittler, Sammler und Kenner insbesondere japanischer Kunst erwuchs. Die Bedeutung Bings als Repräsentant des Japonismus seit der Pariser Weltausstellung von 1878 wird in dem Katalogbuch in zwei separaten Aufsätzen mit berechtigter Ausführlichkeit gewürdigt. Während Christine Shimizu den verschiedenen Formen der - bei aller Kennerschaft durchaus subjektiv gefärbten - Annäherung Bings an die fernöstliche Kunst nachspürt, untersucht Weisberg die maßgebende Rolle des Pariser Kunsthändlers gleichsam als internationaler Propagandist des Japonismus, und zwar sowohl anhand seiner Geschäfts- und Ausstellungspraxis wie auch am Beispiel der von ihm in drei Sprachen edierten Monatszeitschrift "Le Japon Artistique". Besonders bemerkenswert ist die von Weisberg eingehend diskutierte japanische Kritik am angeblich dubios-kommerziellen Charakter und der mangelnden Sachkompetenz des Journals, zu dem neben Bing nahezu alle europäischen Japan-Experten wie Burty, Goncourt, Gonse und Brinckmann Beiträge lieferten.
Auf einer gegenüber seiner Monografie erweiterten Quellenbasis erläutert Weisberg Bings Aktivitäten in den Vereinigten Staaten, die bereits um 1882, also lange vor der USA-Reise des Kunsthändlers im Jahr 1894 einsetzten. In der für ihn kennzeichnenden Aufgeschlossenheit gegenüber den gestalterischen Innovationen außerhalb Frankreichs übernahm Bing nicht nur die Vertretung von Tiffany in Europa, sondern setzte sich auf dem Kontinent als erster für moderne Keramikmanufakturen wie Rockwood und Grueby ein, deren Erzeugnisse er an deutsche und skandinavische Museen verkaufte. Seine Schrift "La Culture artistique en Amérique" (1896) fand - vor allem in den USA - zwar ein zwiespältiges Echo, trug beim französischen Publikum jedoch wesentlich zur Kenntnisnahme der künstlerischen Bestrebungen in den Vereinigten Staaten bei.
Seine Offenheit für neue Stiltendenzen außerhalb Frankreichs und seine damit verbundene Risikobereitschaft stellte Bing, wie Philippe Thiébaut zeigt, besonders nachdrücklich bei der Gründung seiner Galerie "L'Art Nouveau" unter Beweis, deren erste Einrichtung stark vom linearen Dynamismus der Belgier van de Velde und Lemmen geprägt war. Die vorwiegend ablehnende Reaktion des Pariser Publikums wurde durch die Einbeziehung zeitgenössischer französischer Künstler wie der Nabis und Neo-Impressionisten keineswegs gemildert, sondern eher noch verstärkt. Erst der auf das Louis XV verweisende elegante Linienstil von Bings späteren "Hausdesignern" de Feure, Gaillard und Colonna vermochte, wie Karine Lacquement am Beispiel der Pariser Weltausstellung von 1900 aufzeigt, die französische Kundschaft Bings zu begeistern und ihm die erwünschten Verkaufserfolge zu ermöglichen.
Besonderer Erwähnung bedarf der abschließende Beitrag von Rüdiger Joppien, dessen profunde Würdigung Bings aus dem Jahr 1999 in der Bibliografie des vorliegenden Kataloges fehlt. Der Autor untersucht den - in Weisbergs Monografie kaum thematisierten - Aspekt der Wirkungen Bings nach Deutschland, wo Kunsthandelshäuser wie "Hirschwald" und "Keller & Reiner" in Berlin in ähnlicher Weise wie die Galerie "L'Art Nouveau", doch ohne den missionarischen Eifer ihres Inhabers, das Kunstgewerbe und die Raumkunst des Jugendstils auf internationalem Niveau propagierten. Die hier aufscheinende Verflechtung der großen europäischen Kunsthändler und Galerien einerseits und deren über kaufmännische Interessen oft weit hinausgehenden Beziehungen zu den Kunstgewerbemuseen anderseits sind ein kennzeichnendes Phänomen der Epoche um 1900, für dessen vertiefte Erforschung der vorliegende Ausstellungskatalog vielfältige Anregungen bietet.
Quelle: Michael Koch: Rezension von: Gabriel P. Weisberg / Edwin Becker / Évelyne Possémé: L'Art Nouveau. La Maison Bing. , Stuttgart: Chr. Belser AG 2005, in Kunstform 7 (2006), Nr.03.
Über die Autoren:
Gabriel Weisberg, Professor für Kunstgeschichte, University of Minneapolis.
Edwin Becker, Ausstellungskurator, Van Gogh Museum, Amsterdam.
Evelyne Possémé, Kuratorin, Musée des Arts Décoratifs, Paris.
Rüdiger Joppien, Kurator, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg.
Philippe Thiébaut, Leitender Konservator, Musée d`Orsay, Paris.
Hier erhalten Sie die hochwertige Hardcover-Ausgabe (Buchhandelsausgabe).
Autoren: Gabriel P. Weisberg, Edwin Becker und Évelyne Possémé
Verlag: Chr. Belser AG, Stuttgart
Erstauflage: 15.11.2004
Auflage: Erstauflage 2004
Seitenanzahl: 295 Seiten
Abbildungen: 250 Farb- und 50 Schwarzweißabbildungen
Buchart: Hardcover
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7630-2441-7
ISBN 13: 978-3-7630-2441-4
Größe: ca. 322 x 258 x 28 mm
Gewicht: ca. 2.300 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
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