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F-buch: Wilhelm Wagenfeld Handzeichnungen Druckgraphik

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Fachbuch: Wilhelm Wagenfeld Handzeichnungen und Druckgraphik
mit Œuvre-Verzeichnis der Holzschnitte und Radierungen
Autor: Beate Manske und Peter Elze


Als 1987 die letzte große Retrospektive zu Lebzeiten des Industriedesigners Wilhelm Wagenfeld mit dem Titel Täglich in der Hand im Bremer Focke-Museum eröffnet wurde, erwartete selbst die intimen Kenner seines Œuvres eine Überraschung. Mit einigen ausgewählten Blättern wurde zum ersten Mal seit 65 Jahren ein Einblick in das grafische Frühwerk gegeben. Wagenfeld selbst hatte dafür gesorgt, dass diese für ihn einmal so bedeutende Schaffensphase, die er als abgeschlossen ansah, in der Vergessenheit geraten war. Dieter Opper, der in em Ausstellungskatalog die Graphiken vorgestellt und kenntnisreich in Ihrem gesellschaftspolitschen Kontext erläutert hat, war es gelungen, Wagenfeld zu überzeugen, dass die Blätter nicht nur wegen ihrer künstlerischen Qualität, sondern auch als Spiegel seiner Persönlichkeitsentwicklung zu einer Neubewertung herausforderten.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit Wagenfelds künstlerischem und schriftlichem Nachlass, die seit 1993 von der Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung in Bremen betrieben wird und ihren Niederschlag u. a. in der erfolgreich verlaufenen Ausstellung des Gesamtwerks in Jena und Leipzig gefunden hat, konnte dieses Urteil voll und ganz bestätigt werden. Eine Wagenfeld-Ausstellung im Hanauer Schloss Philippsruhe brachte außerdem eine Anzahl von Landschaftszeichnungen des ehemaligen Akademieschülers ans Licht der Öffentlichkeit. Zusammen mit zahlreichen, oft kleinformatigen Zeichnungen und Skizzen im Stuttgarter Wagenfeld-Archiv ist nun ein repräsentativer Überblick über Wagenfelds künstlerischen Werdegang in den frühen 20er Jahren möglich geworden, der auch die geistigen Auseinandersetzungen zu Beginn der Weimarer Republik widerspiegelt.

Die Wilhem-Wagenfeld-Stiftung ist deshalb der Idee von Peter Elze zu einer Ausstellung mit dieser Schwerpunktsetzung im Barkenhoff sehr gerne gefolgt, da – gesehen von dem vorhandenen Bestand an Wagenfeldgraphiken im Fundus des Worpsweder Archivs der Barkenhoff-Stiftung – dieser Ort in Wagenfelds Biografie eine so wichtige und prägende Rolle gespielt hat. Frau Erika Wagenfeld, die für die Katalogbearbeitung ihren gesamten Sammlungsbestand sowie privates Archivmaterial zur Verfügung gestellt hat, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt. Gleicher Dank gilt der Barkenhoff-Stiftung Worpswede, die Ausstellung und den Katalog ermöglicht hat, sowie Peter Elze für die gesamt Organisation und die Systematische Erfassung der Grafiken.

Prof. Dr. Kurt Nemitz
Vorsitzender des Vorstandes der Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung


Über Wilhelm Wagenfeld, * 15.04.1900 in Bremen, † 28.05.1990 in Stuttgart:

Der deutsche Industrie- und Gebrauchsdesigner Wilhelm Wagenfeld zählt zu den Pionieren des Industriedesigns und war sowohl Schüler als auch Lehrer am Bauhaus.

Biografie

Wagenfeld machte eine Lehre in der Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld und besuchte die Hanauer Zeichenakademie, bevor er 1923 als Silberschmied-Geselle am Bauhaus in Weimar aufgenommen wurde. In den dortigen Werkstätten entstand 1924 unter seinem Lehrer László Moholy-Nagy der Entwurf für die Lampe WG24. Die zeitlose Tischleuchte mit der halbkugelförmigen Glasglocke, auch als „Wagenfeld- oder Bauhaus-Leuchte“ bekannt geworden, entwarf er zusammen mit Karl J. Jucker. Sie ist bis heute einer der bekanntesten Wagenfeld-Entwürfe.

Von 1928 bis 1930 leitete er am Bauhaus die Metallwerkstatt. Es folgte die freie Mitarbeit für das Jenaer Glaswerk Schott & Gen. In dieser Zeit entstanden so bekannte Entwürfe wie z. B. das Teeservice aus feuerfestem Glas, das zum Klassiker wurde und bis heute produziert wird.

1931 bis 1935 Professur an der Staatlichen Kunsthochschule Grunewaldstraße in Berlin. Danach übernahm er die künstlerische Leitung der Vereinigten Lausitzer Glaswerke in Weißwasser. Durch die Zusammenarbeit mit Charles Crodel fanden die Arbeiten für die Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG) Zugang zu Museen und Ausstellungen. Crodel entwickelte dazu teilweise patentierte Dekorationsverfahren für die Massenproduktion.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und musste aufgrund seiner Weigerung, der NSDAP beizutreten, an die Ostfront. Nach der Rückkehr aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft hatte er für kurze Zeit eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin inne.

1954 ging er nach Stuttgart und machte sich dort selbständig. Er gründete die „Werkstatt Wagenfeld“, die er bis 1978 betrieb. Seine Auftraggeber waren namhafte Hersteller von Gebrauchsgütern wie beispielsweise WMF, Braun oder Rosenthal. Nur wenige seiner über 600 Entwürfe, vorwiegend in Glas und Metall, werden als sog. "Design-Klassiker" bis heute produziert. Umso mehr befinden sich jedoch in zahlreichen Sammlungen namhafter Museen. Sein Design zeichnete sich durch zeitbeständige Gestaltung und zeitgemäße Funktionalität aus und war seinerzeit stilprägend.



Auszeichnungen (Auswahl):

1937: Goldmedaille der Weltausstellung Paris
1940: Grand Prix der Triennale Mailand
1957: Grand Prix der Triennale Mailand (für Gesamtschaffen)
1965: Ehrenmitglied der Akademie der Künste Berlin
1968: Heinrich-Tessenow-Medaille
1968: Ehrenmitglied des Deutschen Werkbundes Berlin
1968: Ehrengast der Villa Massimo Rom
1969: Bundespreis „Gute Form“ (für Trinkservice „Greif“)
1982: Bundespreis „Gute Form“ für die Wagenfeld-Leuchte



Bitte beachten Sie auch die weiteren Angebote über Wilhelm Wagenfeld.

Auf dem Bild sehen Sie das Buch. Ihr Exemplar wurde nicht für Fotos genutzt und ist noch ungelesen.

Autoren: Beate Manske und Peter Elze
Herausgeber: Barkenhoff-Stiftung, Worpswede und Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung, Bremen
Verlag: Worpsweder Verlag / Beste Zeiten Verlagsgesellschaft, Bremen
Erstauflage: 1996
Auflage: Erstauflage 1996
Seitenanzahl: 88 Seiten
Buchart: Broschur
Abbildungen: zahlreiche s/w-Abbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-89299-183-9
ISBN 13: 978-3-89299-183-0
Größe: ca. 281 x 210 x 10 mm
Gewicht: ca. 500 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

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