Die Bibel preist die Armut. Sie achtet die Reichtümer und Schätze dieser Welt gering. Sie verwirft den Zins. Vom Stall in Bethlehem bis zu Golgotha lebte der Stifter des Christentums ein Leben in Armut, des Verzichts und der Absage an die irdischen Güter. Und viele sind seinem Beispiel gefolgt.
Wie aber läßt sich der Reichtum der etablierten Kirche mit dem eindeutigen Zeugnis des Evangeliums vereinbaren, das jeden Gläubigen vor die Wahl zwischen Christus und dem Mammon stellt ? Wie ist es möglich, daß der Vatikan trotz des "kanonischen Zinsverbots" die Überschüsse seiner Einkünfte in Aktien, Grundstücken, Häusern und industriellen Unternehmungen investiert ? Schon vor Jahrzehnten sagte ein so kompetenter Kenner wie der österreichische Moraltheologe Dr. Ignaz Seipel lapidar: "Ecclesia vivit modo capitalistico" ("Die Kirche lebt auf kapitalistische Weise").
Den offenkundigen Tatbestand, daß die Katholische Kirche kapitalistisch wirtschaftet, haben auch die neuen Reformbestrebungen seit Papst Johannes XXIII. nicht zu beseitigen vermocht. Trotz einiger progressiver Resultate des Zweiten Vatikanischen Konzils und verschiedener Neuerungen auch auf dem Gebiet der vatikanischen Finanzverwaltung, ist die neue zentrale "praefectura rerum oeconomicarum" nur dem Papst allein verantwortlich. Budget und Bilanz der Kirche bleiben wie bisher geheim. "Die ökumenische Kirche von heute ist weit kostspieliger als die der Renaissance." Diese Meinung eines italienischen Historikers dürfte auch Papst Paul VI. teilen. der erst kürzlich von der "Enge unserer begrenzten Finanzquellen" gesprochen hat. Allein das Zweite Vatikanische Konzil hat über 30 Millionen Mark gekostet.
Der Papst ist nicht nur das geistliche Oberhaupt von mehr als einer halben Milliarde Menschen, sondern auch der absolute Herrscher des kleinsten Staates der Welt, eines Staates, dem mehr Soldaten und Einwohner pro Quadratmeter zur Verfügung stehen als der Volksrepublik China. Aus welchen Quellen bezieht die Kurie die finanziellen Mittel für Verwaltung, Repräsentation, missionarische und karikative Einrichtungen ? Welche Bedeutung hat in unserer Zeit der "Peterspfennig", der im Mittelalter immer wieder ein Stein des Anstoßes war ? Welche zusätzlichen Einkünfte bezieht die Katholische Kirche ? Handelt die Kirche auch mit Wertpapieren ? In welchen westlichen Ländern hat sie die ihr im Jahre 1929 durch den Lateran-Vertrag mit Mussoli.. zugesprochene Entschädigungssumme von 1.750.000.000 Lire investiert ? Wie ist die vatikanische Vermögensverwaltung organisiert ? Stimmt es, daß die Città del Vaticano die größte Finanzmacht Europas ist ? Was verdient ein Kardinal im Monat und wie hoch ist sein Lebensstandard ? Wieviel "Taschengeld" hat der Papst zur Verfügung ? Wer finanziert das große Diplomatische Korps des Heiligen Stuhls ?
Diese und viele andere Fragen, die in den Diskussionen um Reform und Erneuerung der Kirche zu kurz kommen, werden von Corrado Pallenberg in seinem neuen Buch "Die Finanzen des Vatikans" auf Grund langjähriger Recherchen und Studien mit Umsicht und Sachverstand objektiv und präzise beantwortet.
"Die Finanzen des Vatikans", dargestellt von einem hervorragenden Kenner kurialer Verhältnisse, bieten das wohldokumentierte Bild einer geistigen und wirtschaftlichen Weltmacht, die sich auf einen Mann beruft, der vor bald 2.000 Jahren das klare und zugleich bewegende Wort ausgesprochen hat: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Der Titel der Originalausgabe lautet: "Vatican Finances".
Das Buch (Erstausgabe) wurde von Corrado Pallenberg geschrieben und ist 1968 im Verlag Kurt Desch, München erschienen.
Das Buch befindet sich in einem sehr guten Zustand !!!
Es besteht kein Widerrufsrecht nach EU-Recht, da es sich um einen Privatverkauf handelt !!!