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Merian, Matthaeus - "Die schönsten europäischen Städte"
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2 Tage
(bis 31. Mai. 2012, 21:55:10 MEZ) | |
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Beschreibung
Merian, Matthaeus – „Die schönsten europäischen Städte – Aus
der Archontologica Cosmica und den Topographien“
Hardcover – 17,50 Euro - ISBN keine
– Gewicht 950 g
Interne Bestell-Nr.:
01459merian
Erschienen 1997 – Erstauflage –
Originalausgabe Hoffmann und Campe Verlag Hamburg – mit einer Einleitung von
Friedrich Schnack – historische Landkarten am Anfang und am Ende des Buches
Zustand
des Buches: sehr gut, nur minimalste Gebrauchsspuren
Merians Panorama europäischer Städte –
Matthaeus Merian d.Ä. wird „Chronist Europas“ genannt. Er war Chronist mit
Skizzenbuch und Kupferplatte, mit Grabstichel und Schaber und nicht mit der
Schreibfeder. Er war Zeichner, nicht Aufzeichner. Er zeichnete die Städte, wie
sie waren und wie er sie sah. Sehen ist ja nichts Allgemeines, und darum sah er
sie auch auf seine besondere Art. Wir aber sehen sie durch sein Auge, vermöge
seiner Bilder. Und er sah Größe, Reichtum und Ruhm: Seine Städte liefen noch
nicht auseinander wie die unseren, waren noch nicht von den sogenannten „Verkehrsbedürfnissen“
verzerrt, hatten noch eine Mitte, ein inneres Gesetz, wonach sie wuchsen, waren
Schöpfungen wie Kristalle oder organische Einheiten, kurz, sie waren wirklich
„geworden“. Aus diesem Grunde wirken ihre Bildnisse auch so überraschend für
den Betrachter, so außergewöhnlich suggestiv; jedes Haus, jeder Turm, jedes
Dach, jede Stadtmauer hat den Zug des Notwendigen und nicht des Zufälligen.
Merians Verdienst ist zweifacher Art: abbildend-gestaltend und
sammelnd-bewahrend. Wie alles Menschenwerk der Verwandlung und Veränderung
unterworfen ist, so legten auch die Städte ihre urprünglichen Kleider ab oder
ließen sich Stück für Stück vom Leibe reißen. Andere wurden zerstört und durch
die Feuersbrünste und Kriege eingeäschert: Was aus der Asche wieder emporwuchs,
war nicht mehr das Urwesen. Länder, außerhalb größerer geschichtlicher Wirbel
gelegen, konnten mehr bewahren, wurden oft auch kaum von den historischen
Zyklonen gestreift, oder sie hatten das Glück, ein bestes Los gewonnen zu
haben: Menschen, die bewahrten und erhielten. Natürlich waren auch sie der
Veränderung durch die Zeit unterworfen, die Metamorphose ging bei ihnen aber
langsamer vor sich, nicht leidenschaftlich und roh, sondern mehr ruhig und
besonnen. Sie können heutzutage mit Recht auf ihre Bau- und Kunstschätze
verweisen. Den meisten aber verblieb nur das Bild einstiger Größe, die Vedute.
„Manches Herrliche der Welt / Ist durch Krieg und Streit zerronnen“, sagt
Goethe. In diesem Satz schwingt Klage mit. Würde es heute geprägt, müsste
Anklage darin hallen. Der junge Matthaeus Merian hatte Deutschland noch
durchwandert, bevor dessen Glanz, Schönheit und Reichtum in den Feuerofen des
Dreißigjährigen Krieges geworfen wurde, das blühende Römische Reich Deutscher
Nation, bevor es zu irdischer Hölle wurde, im Namen der Theologie – später ward
aus dem Großen Kriege, ursprünglich ein Glaubenskrieg, mehr und mehr ein
politischer. Der Schwede lag bereits ein Jahr nach seiner Landung in Peenemünde
vor München. So ging zugrunde, was
hochsinnige Künstler und Handwerker geschaffen hatten. Und da rettete dieser
Matthaeus Merian in seine innere Kunstwelt, was in der äußern Wirklichkeit
unrettbar dahinsank. In seiner umfassenden Ortsbeschreibung „Topographia
Germaniae“ vererbte er an uns im Kupferstich die Gesichter jener alten Städte,
jener Flecken und Märkte, die einst waren, ehe die Kriegsfurie darüber
hinwegstampfte und sie als Beute verschlang. Aus seinem dreißigbändigen Werk
erschien in dieser Reihe bereits eine Auswahl seiner feinsten Stiche unter dem
Titel „Deutsche Städte“. Dieser Kranz wird nun ausgerundet und verdoppelt,
indem hier aus der „Archontologia Cosmica“ die Stiche der gerühmtesten und der
größten Städte Europas beigefügt wurden.
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