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Sie befinden Sich hier: Bücher » Kunst & Kultur » Malerei & Skulptur Artikel Nr.: 0034475583
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Merian, Matthaeus - "Die schönsten europäischen Städte"

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Merian, Matthaeus – „Die schönsten europäischen Städte – Aus der Archontologica Cosmica und den Topographien“

Hardcover – 17,50 Euro - ISBN keine – Gewicht 950 g

 

Interne Bestell-Nr.: 01459merian

 

Erschienen 1997 – Erstauflage – Originalausgabe Hoffmann und Campe Verlag Hamburg – mit einer Einleitung von Friedrich Schnack – historische Landkarten am Anfang und am Ende des Buches

 

Zustand des Buches: sehr gut, nur minimalste Gebrauchsspuren

 

Merians Panorama europäischer Städte – Matthaeus Merian d.Ä. wird „Chronist Europas“ genannt. Er war Chronist mit Skizzenbuch und Kupferplatte, mit Grabstichel und Schaber und nicht mit der Schreibfeder. Er war Zeichner, nicht Aufzeichner. Er zeichnete die Städte, wie sie waren und wie er sie sah. Sehen ist ja nichts Allgemeines, und darum sah er sie auch auf seine besondere Art. Wir aber sehen sie durch sein Auge, vermöge seiner Bilder. Und er sah Größe, Reichtum und Ruhm: Seine Städte liefen noch nicht auseinander wie die unseren, waren noch nicht von den sogenannten „Verkehrsbedürfnissen“ verzerrt, hatten noch eine Mitte, ein inneres Gesetz, wonach sie wuchsen, waren Schöpfungen wie Kristalle oder organische Einheiten, kurz, sie waren wirklich „geworden“. Aus diesem Grunde wirken ihre Bildnisse auch so überraschend für den Betrachter, so außergewöhnlich suggestiv; jedes Haus, jeder Turm, jedes Dach, jede Stadtmauer hat den Zug des Notwendigen und nicht des Zufälligen. Merians Verdienst ist zweifacher Art: abbildend-gestaltend und sammelnd-bewahrend. Wie alles Menschenwerk der Verwandlung und Veränderung unterworfen ist, so legten auch die Städte ihre urprünglichen Kleider ab oder ließen sich Stück für Stück vom Leibe reißen. Andere wurden zerstört und durch die Feuersbrünste und Kriege eingeäschert: Was aus der Asche wieder emporwuchs, war nicht mehr das Urwesen. Länder, außerhalb größerer geschichtlicher Wirbel gelegen, konnten mehr bewahren, wurden oft auch kaum von den historischen Zyklonen gestreift, oder sie hatten das Glück, ein bestes Los gewonnen zu haben: Menschen, die bewahrten und erhielten. Natürlich waren auch sie der Veränderung durch die Zeit unterworfen, die Metamorphose ging bei ihnen aber langsamer vor sich, nicht leidenschaftlich und roh, sondern mehr ruhig und besonnen. Sie können heutzutage mit Recht auf ihre Bau- und Kunstschätze verweisen. Den meisten aber verblieb nur das Bild einstiger Größe, die Vedute. „Manches Herrliche der Welt / Ist durch Krieg und Streit zerronnen“, sagt Goethe. In diesem Satz schwingt Klage mit. Würde es heute geprägt, müsste Anklage darin hallen. Der junge Matthaeus Merian hatte Deutschland noch durchwandert, bevor dessen Glanz, Schönheit und Reichtum in den Feuerofen des Dreißigjährigen Krieges geworfen wurde, das blühende Römische Reich Deutscher Nation, bevor es zu irdischer Hölle wurde, im Namen der Theologie – später ward aus dem Großen Kriege, ursprünglich ein Glaubenskrieg, mehr und mehr ein politischer. Der Schwede lag bereits ein Jahr nach seiner Landung in Peenemünde vor München.  So ging zugrunde, was hochsinnige Künstler und Handwerker geschaffen hatten. Und da rettete dieser Matthaeus Merian in seine innere Kunstwelt, was in der äußern Wirklichkeit unrettbar dahinsank. In seiner umfassenden Ortsbeschreibung „Topographia Germaniae“ vererbte er an uns im Kupferstich die Gesichter jener alten Städte, jener Flecken und Märkte, die einst waren, ehe die Kriegsfurie darüber hinwegstampfte und sie als Beute verschlang. Aus seinem dreißigbändigen Werk erschien in dieser Reihe bereits eine Auswahl seiner feinsten Stiche unter dem Titel „Deutsche Städte“. Dieser Kranz wird nun ausgerundet und verdoppelt, indem hier aus der „Archontologia Cosmica“ die Stiche der gerühmtesten und der größten Städte Europas beigefügt wurden.

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