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Slung, Michele - "Katzen"
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10 Tage 12 Stunden
(bis 9. Jun. 2012, 13:45:26 MEZ) | |
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Beschreibung
Slung, Michele – „Katzen“
Samt – 12,50 Euro - ISBN 3-89652-170-5
– Gewicht 830 g – Neupreis 25,51
Interne Bestell-Nr.:
01097slung
Erschienen 1999 – Erstauflage –
deutsche Originalausgabe Steiger Verlag Augsburg – aus dem Amerikanischen
übertragen von Frank Auerbach – Originaltitel: „Cat Schots“ – Bildband mit
einem wunderschönen grauen Samtcover
Zustand des Buches: wie neu,
wurde nie gelesen
Katzenfotos – Zufallstreffer? Katzen sind
private Geschöpfe, die auf öffentlichen Plätzen leben. Oft allerdings überqueren
sie diese nur – und halten gerade so lange inne, bis sie unsere Blicke auf sich
gezogen haben. Ein andermal ahnen wir lediglich ihre Anwesenheit wie ein
Kribbeln in unserem Bewusstsein, ausgelöst von Spuren ihrer geheimnisvollen
Anmut. Doch immer wieder verändert ihre bloße Anwesenheit jede Umgebung, die
sie betreten: nicht allein durch ihre visuelle Erscheinung, sondern auch durch
ihre emotionale Qualität. Wenn man die Bilder dieses Buches betrachtet – von
denen die meisten eher zufällig während irgendwelcher anderer Auftragsarbeiten
für das Magazin „National Geographic“ geschossen wurden -, wird einem bewusst,
dass ebenfalls die Fotografen dieser bemerkenswerten Aufnahmen in eine Szenerie
geschlüpft sind und diese verändert haben. Tägliches Zusammenleben mit einer
Katze – oder mit mehreren Katzen, denn ihre wohltuende Gesellschaft kann
süchtig machen – hat bekanntlich Leute, von denen man es am allerwenigsten
erwartet hätte, zu faszinierten Katzenbeobachtern werden lassen. Denn das
Betrachten selbst der einfachsten Tätigkeiten einer Katze versetzt einen in
schieres Erstaunen über ihre nachlässige und zugleich gelassene Natur, das
transzendentale Besonderssein ihrer Katzenschönheit. Und doch bringt – wie wir
wissen – manch ein hingebungsvoller Katzenbesitzer mit der Kamera in der Hand
nicht viel mehr zustande als ein „nettes“ Bild: Das übliche liebenswerte Knäuel
von Schnurrhaar und Pelz ist das Zeugnis seiner Bemühungen. In „Die Samtpfote:
Geschichte der Katzen in Leben, Kunst und Mythologie“ schreibt Jean Conger:
„Katzen spielen Katz und Maus mit Fotografen, denn sie sind sehr fotogen.“ Das
heißt: Die ihnen angeborene widersprüchliche Art – deren Kehrseite (und das
müssen alle Katzenbesitzer wohl oder übel lernen) die Neigung der kleinen
Lieblinge ist, psychologische Verhältnisse auf den Kopf zu stellen – sorgt
jederzeit dafür, dass sie als verlässliche Fotomodelle absolut ungeeignet sind.
Mit anderen Worten: Katzen posieren nie. Sie SIND. Lewis Carroll bewies, wie
gut er dies verstand, indem er jene Ikone literarischer Absonderlichkeiten
schuf: die Cheshiere-Katze. „Na gut“, sagte die Katze, und dieses Mal schwand
sie ganz langsam dahin, zuerst die Schwanzspitze und zuletzt ihre Grinsen, das
noch eine Weile stehenblieb, nachdem sich der Rest von ihr bereits in Luft
aufgelöst hatte. Jedoch im Rahmen dessen, was man den National
Geographic-Standard nennen könnte, ist die Anwesenheit einer Katze –
einschließlich ihres Grinsens – auf einem Foto gewissermaßen die ganz besondere
Zugabe. Nur in den seltensten Fällen ist ein für die NGS tätiger Fotograf mit
dem speziellen Auftrag ausgerückt, nach Exemplaren von Felis catus – der
gewöhnlichen Hauskatze – zu suchen. Und keiner von ihnen ist jemals
zurückgekehrt und konnte sich brüsten, wie erfolgreich er den scheuen, wilden
Kätzchen nachgestellt habe. Trotzdem sind aus allen Ecken und Winkeln der Erde
Hunderte von Katzen und Kätzchen in das Fotoarchiv der NGS geschlichen
(heimlich sozusagen, und das entspräche ja ihrer wahren Natur).
Und da haben sie sich seit den Anfangsjahren
der Society eingenistet und sind geblieben – namenlos die Kulturen der Welt
über viele tausend Meter Film aus all den Jahrzehnten miteinander verbindend.
Nicht alle diese Bilder wurden allerdings von Fotografen in offizieller
Funktion aufgenommen, da in der Anfangszeit zahlreiche Fotosammlungen der
Society angeboten und von ihr aufgekauft wurden, um das Archiv zu erweitern.
Diese frühen Einzelstücke, unter denen sich nahezu alles findet – von komischen
Arrangements über typische Pressefotos bis hin zu Porträtstudien -, setzen
heute besonders ausgefallen Akzente auf die Schätze des Archivs. Während einige
dieser Bilder bereits in verschiedenen Publikationen der NGS veröffentlicht und
manche sogar häufiger abgedruckt wurden, sind die meisten hier zum ersten Mal
zu sehen. Bisher waren diese Fotos hauptsächlich Gegenstand privaten Vergnügens
der Archivare, Bildredakteure und –rechercheure der Society. Für die
eingeschworenen Katzenliebhaber unter ihnen bedeutete der Zugang zu solchen
Quellen soviel wie ein geheimer Schatz. Und mit den Tausenden von Filmrollen,
die weiterhin belichtet werden, bietet sich ihnen tagtäglich aufs neue die
Gelegenheit, einen unerwarteten Blick auf irgendeine bezaubernde Katze zu
werfen. Diese Schnappschüsse, die die Lebenswirklichkeit entlegener Orte
erfassen, gewinnen zusätzlich zu dem Sujet des Exotischen oder dem Eindruck von
Ferne durch die Anwesenheit einer Katze ein vertrautes Moment. Und da wir ja
oft genug gehört haben, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt, tragen viele
dieser Bilder Geschichten in sich, die bisher noch nie erzählt worden sind. Mag
es sich nun um das anscheinend unerschütterliche schwarze Kätzchen handeln, das
sowohl vom Lasso eines Texas-Cowboys als auch von Joel Sartores Kamera eingefangen
wurde, oder um das Paar erwachsener Katzen, die Jim Stanfield vor einem
griechischen Bergkloster beim Betteln um ein Frühstück erspäht hat – die
Katzen, die wir in diesem Buch sehen, bilden stets den Mittelpunkt ihrer
eigenen Welt: sowohl des universalen Ortes, wo alle Katzen zu Hause sind, als
auch des Aufnahmeortes, zu dem der Fotograf mit seinem Auftrag geschickt
wurde….
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