Pawek, Karl – „Weltausstellung der Photographie – 555
Photos von 264 Photographen aus 30 Ländern zu dem Thema: Was ist der Mensch?“
Softcover – 12,50 Euro - ISBN keine
– Gewicht 540 g
Interne Bestell-Nr.: 01073pawek
Kein Jahr – Erstauflage – Originalausgabe
Verlag Henri Nannen Hamburg – Bildband zur Ausstellung
Zustand des Buches: Buch ist
durch falsche Lagerung etwas wellig, das Softcover zeigt ein paar
Gebrauchsspuren, insgesamt guter Zustand
Vorwort Heinrich Böll: Die humane Kamera
Es gibt große Augenblicke der Photographie.
Wenn die Kamera dem geschichtlichen Augenblick begegnet, zur Stelle ist, wenn
im einzelnen Schicksal das allgemeine zum Bild werden kann, ohne das einzelne
Schicksal im Vorgang des Photographierens zu verletzen. Wo die Kamera zudringlich
wird, ihr Instrument, das Objektiv, zum Instrument des Subjekts, des
Photographen wird, der darauf aus ist, den Menschen zu ertappen, zu
denunzieren, zu entlarven, überschreitet die Photographie ihre ästhetische und
gleichzeitig ihre moralische Grenze. Wer am Schlüsselloch lauert, entdeckt
natürlich den Menschen in seiner Gebrechlichkeit. Die Verwechslung von Tabu und
Geheimnis ist längst selbstverständlich geworden. Im Tabu verbirgt sich Magie,
im Geheimnis nicht. Religion, Liebe, Schlaf sind nicht magisch, sondern
geheimnisvoll, wie das Alltägliche geheimnisvoll ist: wie Menschen miteinander
essen, sich kleiden, ihr Brot verdienen. Familie, Beruf, Freundschaft. Diesen
Geheimnissen kann sich die Photographie nur nähern, wenn im einzelnen Schicksal,
ohne dass es verletzt wird, das Allgemeine sichtbar gemacht werden kann. Es
gehört nicht viel dazu, private Geheimnisse zu erfahren und sie preiszugeben.
Gewiss würde es weder großen technischen Verstand noch viel Geschicklichkeit
erfordern, in einem Beichtstuhl ein Mikrophon einzubauen, an der Mitteilung von
Geheimnissen teilzunehmen, diese möglicherweise über irgendeinen Sender
hinauszuschicken. Der Titel der berüchtigten Fernsehsendung „Vorsicht, Kamera“
ist ja nur eine fälschlicherweise ins Scherzhafte gewendete Variation von
Orwells Großem Bruder, dessen Auge und Ohr nichts entgeht. Wird derart
Erfahrenes und Erlauschtes dem hochwohllöblichen Publikum dargeboten, beweisen
Film-, Photokamera und Tonband, dass sie verräterisch sind, Denunziation ihr Ziel
ist. Es geht ja nicht um Wahrheit, nicht einmal um „Objektivität“, sondern um
die hämische Teilnahme an des Menschen Gebrechlichkeit. Moral der Photographie?
Das erscheint lächerlich, wo das „Objektiv“ am Werk ist. Die große Täuschung
der Photographie liegt in der Vor-Täuschung „objektiver Wirklichkeit“. Es
entscheidet ja nicht das Objektiv, sondern das Auge des Photographen, außerdem
dessen Auswahl, Chemikalien, Vergrößerung, Verkleinerung, Papiersorten. Die
„Wirklichkeit“ hat also einige Veränderungsprozesse hinter sich. Vielleicht
waren die Photographien in den Alben unserer Väter und Großväter ehrlicher: die
erkennbare Kulisse, die Künstlichkeit der Pose, der Komposition des
Arrangements war humaner als der Schnappschuss. Im Wort Schnappschuss sind zwei
Gewaltverben, schießen und zuschnappen, vereint. Wenn technisch perfektes
Photographieren in jedermanns Hand gegeben ist, ist Orwells Großer Bruder ja
fast allgegenwärtig. Überall Augen: künstliche, magische Augen, die Ölheizungen
und Garagentore, Produktion und Passage kontrollieren. Täglich werden Photos um
Photos gemacht und verschlungen, bewegte, unbewegte, ein großer Ausverkauf, der
auf Kosten des menschlichen Auges geht, in einem doppelten Sinn, auf Kosten
seiner Fähigkeit zu sehen und seiner Humanität. Als Erinnerungsstück ins Album
geklebt, mag's in einigen Jahren Rührung hervorrufen, festgehaltene
Augenblicke: Geburt, Hochzeit, Tod. Es gibt Augenblicke, in denen auf einer
Photographie der Sinn einer Landschaft, ihr Atem spürbar wird, ein Porträtierter
„erkannt2 wird oder der geschichtliche Augenblick vors Objektiv kommt: ein Kind
in Uniform, Frauen, die auf dem Schlachtfeld nach ihren Toten suchen; wo Weinen
mehr als privat, das Weinen der Menschheit ist. Da werden nicht Geheimnisse
verraten, das Geheimnisvolle der menschlichen Existenz wird sichtbar. Es ist
nicht sensationell, verdient kein Aufsehen oder Aufhebens, wenn ein
professioneller Tunichtgut die jeweilige Sitte oder jeweilige Scham verletzt.
Sensationell ist der kleine Chinesenjunge, der sich mit ungeheurem Ernst über
die Blechbüchse beugt, aus der er seinen Reis isst. Die Exotik des Menschlichen
liegt nicht im nationalen oder rassischen Unterschied, sie liegt im sozialen
Unterschied. Die humane Kamera wird entdecken, dass die Menschen nicht überall
gleich, sondern überall Menschen sind, deren Menschwerdung gerade erst begonnen
hat. Der Sinn dieser Ausstellung könnte darin liegen, Nachdenklichkeit
gegenüber dem Photographieren zu erwecken. Ob ertappt, entlarvt, denunziert
werden soll, ob die Kamera das Auge des Großen Bruders ist, oder ob hinter dem
Objektiv ein Mensch steht, dessen Menschwerdung schon begonnen hat, der das
Geheimnis respektiert, wenn er das Geheimnisvolle sichtbar machen will.
Bei Kauf mehrerer Artikel fällt das Porto oft geringer aus. Bitte fragen Sie dann einfach nach.***************************************************** Ich bin bemüht, den Zustand meiner Bücher so genau wie möglich zu beschreiben. Sollte mir dennoch einmal etwas entgehen, so bitte ich um Nachsicht. Ich gebe mir auch sehr viel Mühe, den Inhalt und sonstiges Wissenswertes (Verlag, Erscheinungsjahr, Originaltitel, usw.) so ausführlich wie möglich zu beschreiben, damit Sie wissen, was Sie von mir erhalten. Ihre Zufriedenheit ist mir das Wichtigste. ********************************************************************* Dies ist ein Privatverkauf. Das neue EU-Recht schreibt nun vor, dass auch Privatleute eine Garantie von einem Jahr und Umtauschrecht auf alle Produkte geben müssen, es sei denn, dass sie dies ausschließen. Mit der Abgabe eines Gebotes erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, auf die Ihnen gesetzlich zustehende 1-Jahres-Frist bzgl. Garantie/Gewährleistung bei Gebrauchtwaren zu verzichten.******************************************************************* Aus gegebenem Anlass hier noch folgender Hinweis: Diese Bücher sind aus einem Raucherhaushalt, werden aber in einem rauchfreien Raum aufbewahrt. Aber bedenken Sie bitte, dass auch Bücher aus Nichtraucher-Haushalten mit der Zeit nachdunkeln und einen altersbedingten Geruch annehmen.************************************************************Wie Sie vielleicht bemerkt haben, biete ich auch selbsterstellte E-Books im Bereich der Astrologie zu den verschiedensten Konstellationen für jedes Sternzeichen. Wer diese Konstellationen (Aszendent und Mond im Zeichen) für sich selbst nicht weiß, kann diese jederzeit bei mir unter Angabe seiner genauen Geburtsdaten (Tag, Zeit, Ort) errechnen lassen.