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Franke, Herbert W. - "Weltwunder der Natur"

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Beschreibung

Franke, Herbert W. / Marquart, Heinz / Würmli, Marcus / Sponsel, Heinz – „Weltwunder der Natur: Wüsten, Gebirge, Seen und Flüsse, Meere und ewiges Eis, Vulkane, Höhlen – mit 231 Farbfotos der besten Fotografen der Welt“

Hardcover –  12,50 Euro - ISBN 3-920954-00-9 – Gewicht 1270 g

 

Interne Bestell-Nr.: 00971franke

 

Erschienen 1979 – Erstauflage – Originalausgabe Tomus Verlag München – mit Farbfotos von besten Fotografen der Welt – herausgegeben von Claus Jürgen Frank

 

Zustand des Buches: wie neu, wurde nie gelesen

 

Die wahren Wunder dieser Welt sind die Wunder der Natur. Solange es Menschen gibt, rühmten sie sich der Weltwunder, die sie schufen. Sieben waren es in der Antike, heute hat sich ihre Zahl vervielfacht. Eine gültige Skala gibt es nicht. Um das Jahr 450 vor Christus schrieb der Dramatiker Sophokles in seinem Schauspiel „Antigone“ den überheblichen Satz: „Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch.“ Seitdem vergingen beinahe zweieinhalb Jahrtausende. Der Mensch machte sich – einer biblischen Aufforderung gehorchend, aber auch seinem eigenen Ehrgeiz und Stolz folgend – die Erde untertan. Er entdeckte die Natur, die unbelebte wie die belebte. Er kam hinter die wunderbaren Geheimnisse von Wind und Meer, Wolken und Strahlungen, Strömen und Vulkanen, Wasserfällen und Luftdruck. Doch je tiefer er in die Gesetze, die sich die Natur selbst gegeben hatte, eindrang, desto mehr wurde er zum Zerstörer der Natur. Massenrodungen von Wäldern verwandelten ehedem blühende Landschaften in Wüste oder trostlosen Karst. Die Monokulturen der modernen Landwirtschaft, die die vernünftige einstige Dreifelderwirtschaft verdrängten, erwiesen sich als Raubbau am Boden, an der Mutter Erde. Die Bevölkerungsexplosion zwang dazu, immer neue Flächen „nutzbar“ zu machen. Hochmoore wurden trocken gelegt, Flüsse begradigt, Altwässer gehörten einer scheinbar romantischen Vergangenheit an. Das Ergebnis? Nichts stimmt mehr am ökologischen Gleichgewicht der Natur. Denn auch der römische Dichter Horaz hatte sich getäuscht, als er in seinen „Episteln“ schrieb: „Die Natur magst du mit aller Gewalt austreiben, dennoch kehrt sie immer zurück.“ Doch weder Sophokles, von dem am Anfang geschrieben wurde, noch Horaz konnten sich eine Vorstellung machen von dem Grad der Gewalt, mit der sich der Mensch die Erde untertan machte. Am Ende unseres 2. Jahrtausends nach Christus wurden Begriffe wie Naturschutz und heile Welt zu politischen Reizwörtern. Rousseaus Parole „Zurück zur Natur“ vom vorigen Jahrhundert erlebt eine Art Auferstehung: Der noch halbwegs empfindsame Mensch von heute sehnt sich in seinen Ferien nach ökologisch intakten Regenerationsräumen: nach dem einsamen, sauberen Strand, dem natürlichen Mischwald, dem stillen, abgelegenen Bergtal. Ob er sie findet, ist eine sekundäre Frage. Dass er sie mit dem Instinkt des Naturwesens überhaupt noch sucht – eine heile, ihm gemäße Welt -, zeigt, dass er noch immer ein Wesen ist, das im Einklang mit der Natur leben muss. Der zivilisierte Mensch ist ohnehin bescheiden geworden in den Ansprüchen, die er an die Natur stellt. Immerhin ein Trost, dass ihm Zivilisation nicht alles bedeutet. Aber diese Diskrepanz, auf der einen Seite den Komfort zu schätzen, mit Auto und Ölheizung und Kernenergie und Düsenjets, und auf der anderen Seite der Natur im Urzustand nachzuträumen, scheint unlösbar. Die Weltwunder der Natur gibt es noch. Aber man erobert sie nicht mit Siebenmeilenstiefeln. Die meisten bleiben für den Ferienreisenden unerreichbar. Die besten Fotografen der Welt haben sie in diesem Bildband aufgespürt: Japaner und Deutsche, Schweizer, Amerikaner, Franzosen, Engländer, Italiener. Sie alle waren Jahre unterwegs, in allen fünf Kontinenten, von der Arktis bis zur Antarktis. Auf den Gipfeln der höchsten Berge und in den Tiefen der Ozeane. Im geheimnisvollen Dunkel riesiger Höhlen und am Rande von Kratern, aus denen heiße Dämpfe in den Himmel steigen. Im flirrenden Gluthauch der Wüsten dieser Welt und im Reiche des ewigen Eises. Und Spuren des Lebens begegneten ihnen auch dort, wo nur Tod und Stille und Leere zu sein scheint; denn es gibt keine Wunder der Natur, die nicht zugleich Zeugnis geben vom Wunder des Lebens – und sei es auch in seiner ursprünglichsten Form. Natur ist nie so grausam, dass sie Leben zerstört und auslöscht – eine Behauptung, die allerdings nur verstanden werden kann, wenn man mit erdgeschichtlichen Zeitmaßen misst, nicht mit menschlichen. Aber der Mensch ist ja nicht das Maß aller Dinge, auch wenn er es gerne sein möchte. Wann immer man die Bilder dieses Buches betrachtet, heben sich die Grenzen zwischen Räumen und Zeiten auf. Natur wird wieder gegenwärtig – mit ihrer Ursprünglichkeit und Gewalt, von der es in der Schöpfungsgeschichte heißt: „Und Gott sah, dass alles gut war.“

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