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Franke, Herbert W. - "Weltwunder der Natur"
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5 Stunden 3 Minuten
(bis 30. Mai. 2012, 13:50:42 MEZ) | |
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Beschreibung
Franke, Herbert W. /
Marquart, Heinz / Würmli, Marcus / Sponsel, Heinz – „Weltwunder der Natur: Wüsten, Gebirge, Seen und Flüsse, Meere und
ewiges Eis, Vulkane, Höhlen – mit 231 Farbfotos der besten Fotografen der Welt“
Hardcover – 12,50 Euro - ISBN 3-920954-00-9 – Gewicht
1270 g
Interne Bestell-Nr.:
00971franke
Erschienen 1979 – Erstauflage –
Originalausgabe Tomus Verlag München – mit Farbfotos von besten Fotografen der
Welt – herausgegeben von Claus Jürgen Frank
Zustand des Buches: wie neu,
wurde nie gelesen
Die wahren Wunder dieser Welt sind die Wunder
der Natur. Solange es Menschen gibt, rühmten sie sich der Weltwunder, die sie
schufen. Sieben waren es in der Antike, heute hat sich ihre Zahl vervielfacht.
Eine gültige Skala gibt es nicht. Um das Jahr 450 vor Christus schrieb der
Dramatiker Sophokles in seinem Schauspiel „Antigone“ den überheblichen Satz:
„Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch.“ Seitdem
vergingen beinahe zweieinhalb Jahrtausende. Der Mensch machte sich – einer
biblischen Aufforderung gehorchend, aber auch seinem eigenen Ehrgeiz und Stolz
folgend – die Erde untertan. Er entdeckte die Natur, die unbelebte wie die
belebte. Er kam hinter die wunderbaren Geheimnisse von Wind und Meer, Wolken
und Strahlungen, Strömen und Vulkanen, Wasserfällen und Luftdruck. Doch je
tiefer er in die Gesetze, die sich die Natur selbst gegeben hatte, eindrang,
desto mehr wurde er zum Zerstörer der Natur. Massenrodungen von Wäldern
verwandelten ehedem blühende Landschaften in Wüste oder trostlosen Karst. Die
Monokulturen der modernen Landwirtschaft, die die vernünftige einstige
Dreifelderwirtschaft verdrängten, erwiesen sich als Raubbau am Boden, an der
Mutter Erde. Die Bevölkerungsexplosion zwang dazu, immer neue Flächen „nutzbar“
zu machen. Hochmoore wurden trocken gelegt, Flüsse begradigt, Altwässer
gehörten einer scheinbar romantischen Vergangenheit an. Das Ergebnis? Nichts
stimmt mehr am ökologischen Gleichgewicht der Natur. Denn auch der römische
Dichter Horaz hatte sich getäuscht, als er in seinen „Episteln“ schrieb: „Die
Natur magst du mit aller Gewalt austreiben, dennoch kehrt sie immer zurück.“
Doch weder Sophokles, von dem am Anfang geschrieben wurde, noch Horaz konnten
sich eine Vorstellung machen von dem Grad der Gewalt, mit der sich der Mensch
die Erde untertan machte. Am Ende unseres 2. Jahrtausends nach Christus wurden
Begriffe wie Naturschutz und heile Welt zu politischen Reizwörtern. Rousseaus
Parole „Zurück zur Natur“ vom vorigen Jahrhundert erlebt eine Art Auferstehung:
Der noch halbwegs empfindsame Mensch von heute sehnt sich in seinen Ferien nach
ökologisch intakten Regenerationsräumen: nach dem einsamen, sauberen Strand,
dem natürlichen Mischwald, dem stillen, abgelegenen Bergtal. Ob er sie findet,
ist eine sekundäre Frage. Dass er sie mit dem Instinkt des Naturwesens
überhaupt noch sucht – eine heile, ihm gemäße Welt -, zeigt, dass er noch immer
ein Wesen ist, das im Einklang mit der Natur leben muss. Der zivilisierte
Mensch ist ohnehin bescheiden geworden in den Ansprüchen, die er an die Natur
stellt. Immerhin ein Trost, dass ihm Zivilisation nicht alles bedeutet. Aber
diese Diskrepanz, auf der einen Seite den Komfort zu schätzen, mit Auto und
Ölheizung und Kernenergie und Düsenjets, und auf der anderen Seite der Natur im
Urzustand nachzuträumen, scheint unlösbar. Die Weltwunder der Natur gibt es
noch. Aber man erobert sie nicht mit Siebenmeilenstiefeln. Die meisten bleiben
für den Ferienreisenden unerreichbar. Die besten Fotografen der Welt haben sie
in diesem Bildband aufgespürt: Japaner und Deutsche, Schweizer, Amerikaner,
Franzosen, Engländer, Italiener. Sie alle waren Jahre unterwegs, in allen fünf
Kontinenten, von der Arktis bis zur Antarktis. Auf den Gipfeln der höchsten
Berge und in den Tiefen der Ozeane. Im geheimnisvollen Dunkel riesiger Höhlen
und am Rande von Kratern, aus denen heiße Dämpfe in den Himmel steigen. Im
flirrenden Gluthauch der Wüsten dieser Welt und im Reiche des ewigen Eises. Und
Spuren des Lebens begegneten ihnen auch dort, wo nur Tod und Stille und Leere
zu sein scheint; denn es gibt keine Wunder der Natur, die nicht zugleich
Zeugnis geben vom Wunder des Lebens – und sei es auch in seiner
ursprünglichsten Form. Natur ist nie so grausam, dass sie Leben zerstört und
auslöscht – eine Behauptung, die allerdings nur verstanden werden kann, wenn
man mit erdgeschichtlichen Zeitmaßen misst, nicht mit menschlichen. Aber der
Mensch ist ja nicht das Maß aller Dinge, auch wenn er es gerne sein möchte.
Wann immer man die Bilder dieses Buches betrachtet, heben sich die Grenzen
zwischen Räumen und Zeiten auf. Natur wird wieder gegenwärtig – mit ihrer
Ursprünglichkeit und Gewalt, von der es in der Schöpfungsgeschichte heißt: „Und
Gott sah, dass alles gut war.“
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