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Sie befinden Sich hier: Bücher » Kunst & Kultur » Malerei & Skulptur Artikel Nr.: 0034331547
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Tripps, Manfred - "Hans Multscher"

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Beschreibung

Tripps, Manfred – „Hans Multscher – Seine Ulmer Schaffenszeit 1427 - 1467“

Leinen – 24,50 Euro - ISBN keine – Gewicht 1440 g

 

Interne Bestell-Nr.: 00876tripps

 

Erschienen 1969 – Erstauflage – Originalausgabe Anton H. Konrad Verlag Weißenhorn – mit vielen überwiegend ganzseitigen Fotos

 

Zustand des Buches: Schutzumschlag leichte Gebrauchsspuren (kleinere Risse am Rand oben und unten), Buch selbst Seiten minimal nachgedunkelt, ansonsten sehr guter Zustand für sein Alter.

 

Hans Multscher, Bürger von Ulm, ist seit langem hochberühmt als der bedeutendste süddeutsche Bildschnitzer, Bildhauer, vielleicht auch Maler im zweiten Drittel des fünfzehnten Jahrhunderts. Wesentliche Punkte in seinem Leben und Werk blieben problematisch. Das vorliegende Buch bietet plausible Antworten auf diese offenen Fragen, und zwar für die vierzig Jahre von 1427 – 1467, während deren Multscher in Ulm ansässig war. – Dass der Meister von den „Freien Leuten auf Leutkircher Heide“ im Allgäu abstammte, war bekannt; Tripps macht deutlicher, welchen Rechtsstatus und welche Geschichte dieses seltene Phänomen reichsfreier Bauern hatte, und dass es in der Reichsstadt Ulm die Einbürgerung des Meisters zu besonders günstigen Bedingungen gefördert haben kann. – Ungeklärt blieb bisher, was die Amtsbezeichnung „geschworener Werksmann“ besagte, die für Multscher in Ulm bezeugt ist; nun wird nachgewiesen: dieses Amt brachte dem Meister die Befreiung von der Zugehörigkeit zu Zünften und zur Münsterbauhütte, gab ihm volle Freiheit für sein Schaffen und erhob ihn zum sachverständigen Gutachter des Rats für die künstlerische Produktion aller Ulmer Werkstätten, das heißt zum Garanten ihrer Qualität. Die Leistungsfähigkeit dieser Werkstätten war 1427 ins Provinzielle abgesunken; Multscher hat diese Stagnation kraft seiner Schulung in den Niederlanden, Nordfrankreich und Burgund überwunden, zum Nutzen nicht nur der Stadt Ulm, sondern Schwabens überhaupt, ja sogar ganz Süddeutschland. Von den Werken, die der Meister während seiner Ulmer Zeit geschaffen hat, behandelt dieses Buch vor allem diejenigen, die noch einer Klärung bedürfen. Es macht wahrscheinlich, dass der Meister für das Ulmer Münster 1454 einen Triumphkruzifixus geschaffen hat, und dass sich ein zu diesem verlorenen Werk gehörender Schlussstein mit Engeln in dem darüber befindlichen Eingangsbogen des Chores erhalten hat. – Es sichert durch die überraschenden Ergebnisse von Infrarotfotografien die bislang umstrittene Rekonstruktion des nur zum Teil erhaltenen Kargretabels von 1433 im Ulmer Münster und die bahnbrechende Bedeutung dieses Retabels für dessen Entwicklung in Schwaben und Süddeutschland. Dabei wird die heute nur mehr durch Anfeuchten sichtbar werdende farbige Fassung des Kargretabels anschaulich gemacht und bewiesen, dass Multscher hier mit Sandstein und Kunststein Tafelgemälde, Pergament und rahmende Wandmalerei kombiniert hat. Rekonstruiert wird ferner ein großes geschnitztes und gemaltes Retabel, das Multscher 1437 vollendet hat; von diesem waren bisher nur die gemalten – herkömmlicherweise bislang unter der Benennung „Wurzacher Altar“ aufgeführten Flügel (jetzt in Berlin) bekannt: Tripps weist außerdem die in Landsberg am Lech erhaltene stehende Muttergottes als Mittelfigur des geschnitzten Korpus nach und beweist aufgrund einiger von ihm aufgefundener Archivalien, dass das Retabel für Landsberg geschaffen, dass es 1492 im Bericht einer venezianischen Gesandtschaft dort auf dem Hochaltar der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau beschrieben worden ist und dass es nach deren Erbauung (1455/58 ff) aus einer anderen Landsberger Kirche übernommen worden war. Die Flügelgemälde sind laut Tripps von Mutscher entworfen, von einem Gehilfen ausgeführt und zum Schluss von Multscher übergangen worden; mit diesem plausiblen Ergebnis klärt das Buch eines der Hauptprobleme, die von der Multscherforschung bisher nicht gelöst werden konnten. Zum Schluss rekonstruiert Multschers berühmtes Sterzinger Retabel von 1456/58 aufgrund der von diesem erhaltenen Flügelgemälde und Schnitzfiguren. – Methodisch ein Novum ist die eingehende Berücksichtigung der bei Rekonstruktionsversuchen bisher meist vernachlässigten, für die künstlerische Leistung aber grundlegend wichtigen Zierarchitekturen der Retabel. Aus den Daten der behandelten drei Retabel – 1433, 1437, 1456/58 – gewinnt Tripps die Möglichkeit, die Entwicklung des Multscherschen Retabeltypus von der Frühzeit über die Reifezeit bis zur Spätzeit zu klären; dieses Ergebnis ist grundlegend, weil dieser Typus einer der wichtigsten Ausgangspunkte für die Entwicklung des süddeutschen spätgotischen Retabels seit 1460 wurde. – Um diesen Kern der Darlegungen gruppieren sich Betrachtungen zu weiteren Werken Multschers und über die Einwirkung von Multschers Schaffen auf Schwaben und Südtirol.

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