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Tripps, Manfred - "Hans Multscher"
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(bis 31. Mai. 2012, 21:55:02 MEZ) | |
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Beschreibung
Tripps, Manfred – „Hans Multscher – Seine Ulmer
Schaffenszeit 1427 - 1467“
Leinen – 24,50 Euro - ISBN keine
– Gewicht 1440 g
Interne Bestell-Nr.:
00876tripps
Erschienen 1969 – Erstauflage –
Originalausgabe Anton H. Konrad Verlag Weißenhorn – mit vielen überwiegend
ganzseitigen Fotos
Zustand des Buches: Schutzumschlag
leichte Gebrauchsspuren (kleinere Risse am Rand oben und unten), Buch selbst Seiten
minimal nachgedunkelt, ansonsten sehr guter Zustand für sein Alter.
Hans Multscher, Bürger von Ulm, ist seit
langem hochberühmt als der bedeutendste süddeutsche Bildschnitzer, Bildhauer,
vielleicht auch Maler im zweiten Drittel des fünfzehnten Jahrhunderts.
Wesentliche Punkte in seinem Leben und Werk blieben problematisch. Das
vorliegende Buch bietet plausible Antworten auf diese offenen Fragen, und zwar
für die vierzig Jahre von 1427 – 1467, während deren Multscher in Ulm ansässig
war. – Dass der Meister von den „Freien Leuten auf Leutkircher Heide“ im Allgäu
abstammte, war bekannt; Tripps macht deutlicher, welchen Rechtsstatus und
welche Geschichte dieses seltene Phänomen reichsfreier Bauern hatte, und dass
es in der Reichsstadt Ulm die Einbürgerung des Meisters zu besonders günstigen
Bedingungen gefördert haben kann. – Ungeklärt blieb bisher, was die Amtsbezeichnung
„geschworener Werksmann“ besagte, die für Multscher in Ulm bezeugt ist; nun
wird nachgewiesen: dieses Amt brachte dem Meister die Befreiung von der
Zugehörigkeit zu Zünften und zur Münsterbauhütte, gab ihm volle Freiheit für
sein Schaffen und erhob ihn zum sachverständigen Gutachter des Rats für die
künstlerische Produktion aller Ulmer Werkstätten, das heißt zum Garanten ihrer
Qualität. Die Leistungsfähigkeit dieser Werkstätten war 1427 ins Provinzielle
abgesunken; Multscher hat diese Stagnation kraft seiner Schulung in den
Niederlanden, Nordfrankreich und Burgund überwunden, zum Nutzen nicht nur der
Stadt Ulm, sondern Schwabens überhaupt, ja sogar ganz Süddeutschland. Von den
Werken, die der Meister während seiner Ulmer Zeit geschaffen hat, behandelt
dieses Buch vor allem diejenigen, die noch einer Klärung bedürfen. Es macht
wahrscheinlich, dass der Meister für das Ulmer Münster 1454 einen
Triumphkruzifixus geschaffen hat, und dass sich ein zu diesem verlorenen Werk
gehörender Schlussstein mit Engeln in dem darüber befindlichen Eingangsbogen
des Chores erhalten hat. – Es sichert durch die überraschenden Ergebnisse von
Infrarotfotografien die bislang umstrittene Rekonstruktion des nur zum Teil
erhaltenen Kargretabels von 1433 im Ulmer Münster und die bahnbrechende
Bedeutung dieses Retabels für dessen Entwicklung in Schwaben und
Süddeutschland. Dabei wird die heute nur mehr durch Anfeuchten sichtbar
werdende farbige Fassung des Kargretabels anschaulich gemacht und bewiesen,
dass Multscher hier mit Sandstein und Kunststein Tafelgemälde, Pergament und
rahmende Wandmalerei kombiniert hat. Rekonstruiert wird ferner ein großes
geschnitztes und gemaltes Retabel, das Multscher 1437 vollendet hat; von diesem
waren bisher nur die gemalten – herkömmlicherweise bislang unter der Benennung
„Wurzacher Altar“ aufgeführten Flügel (jetzt in Berlin) bekannt: Tripps weist
außerdem die in Landsberg am Lech erhaltene stehende Muttergottes als
Mittelfigur des geschnitzten Korpus nach und beweist aufgrund einiger von ihm aufgefundener
Archivalien, dass das Retabel für Landsberg geschaffen, dass es 1492 im Bericht
einer venezianischen Gesandtschaft dort auf dem Hochaltar der Pfarrkirche
Unserer Lieben Frau beschrieben worden ist und dass es nach deren Erbauung
(1455/58 ff) aus einer anderen Landsberger Kirche übernommen worden war. Die
Flügelgemälde sind laut Tripps von Mutscher entworfen, von einem Gehilfen
ausgeführt und zum Schluss von Multscher übergangen worden; mit diesem
plausiblen Ergebnis klärt das Buch eines der Hauptprobleme, die von der
Multscherforschung bisher nicht gelöst werden konnten. Zum Schluss
rekonstruiert Multschers berühmtes Sterzinger Retabel von 1456/58 aufgrund der
von diesem erhaltenen Flügelgemälde und Schnitzfiguren. – Methodisch ein Novum
ist die eingehende Berücksichtigung der bei Rekonstruktionsversuchen bisher
meist vernachlässigten, für die künstlerische Leistung aber grundlegend
wichtigen Zierarchitekturen der Retabel. Aus den Daten der behandelten drei
Retabel – 1433, 1437, 1456/58 – gewinnt Tripps die Möglichkeit, die Entwicklung
des Multscherschen Retabeltypus von der Frühzeit über die Reifezeit bis zur
Spätzeit zu klären; dieses Ergebnis ist grundlegend, weil dieser Typus einer
der wichtigsten Ausgangspunkte für die Entwicklung des süddeutschen
spätgotischen Retabels seit 1460 wurde. – Um diesen Kern der Darlegungen
gruppieren sich Betrachtungen zu weiteren Werken Multschers und über die
Einwirkung von Multschers Schaffen auf Schwaben und Südtirol.
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