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Mittler, Elmar - "Bibliotheca Palatina - Bildband"
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12 Tage 16 Stunden
(bis 11. Jun. 2012, 23:35:01 MEZ) | |
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Standort |
70825 Korntal-Münchingen (Deutschland)
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und |
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Beschreibung
Mittler, Elmar / Trost, Vera / Weis, Marcus - “Bibliotheca
Palatina – Bildband zur Ausstellung 1986“
Hardcover – 17,50 Euro - ISBN 3-921524-88-1
– Gewicht 1350 g
Interne Bestell-Nr.:
00761-1mittler
Erschienen 1986 – 4.
verbesserte Auflage – Originalausgabe Verlag Edition Braus Heidelberg –
Katalog-Bildband zur Ausstellung vom 8. Juli bis 2. November 1986
Heiliggeistkirche Heidelberg – Ausstellung der Universität Heidelberg in
Zusammenarbeit mit der Bibliotheca Apostolica Vaticana
Zustand des Buches: wie neu,
wurde nie gelesen
Die Bibliotheca
Palatina in Heidelberg war eine der wichtigsten deutschen Bibliotheken
der Renaissance mit umfangreichen Beständen an mittelalterlichen Handschriften
und frühen Drucken (Inkunabeln).
Auf Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz (reg.
1410-1436) geht die Gründung der Stiftsbibliothek an der Heiliggeistkirche in
Heidelberg zurück, die den Kern der späteren „Bibliotheca Palatina“ bildete.
Aber erst Kurfürst Ottheinrich (reg. 1556-1559) vereinigte die Buchbestände der
Universität, der Stiftsbibliothek in der Heiliggeistkirche und der
Schlossbibliothek der Kurfürsten von der Pfalz zur eigentlichen Bibliotheca Palatina. Unter den
Beständen befanden sich u.a. das „Lorscher
Evangeliar“ aus der Hofschule Karls des Großen, der „Codex Manesse“ und das „Falkenbuch“ von Kaiser Friedrich II.
Mit der Vereinigung der Buchbestände schuf Ottheinrich zusammen mit der
Einführung der Reformation in der Kurpfalz und der Umwandlung der Universität
Heidelberg in eine evangelische Landeshochschule ein protestantisches Zentrum
der Lehre. Nach dem Vorbild der Universität Wittenberg stand eine umfangreiche
Bibliothek zur Verfügung, die aber im Gegensatz zu der Wittenbergs nicht auf
dem Schloss, sondern in der Stadt, in den Emporen der Heiliggeistkirche
(Heidelberg), Platz fand, wodurch der Zugang für Lehrende und Studenten
erleichtert wurde. Nach dem Tode des Augsburgers Ulrich Fugger (1526-1584)
gingen 86 weitere zum Teil sehr berühmte Handschriften in den Besitz der
Bibliothek über, so die Otfrid-Handschrift und die Bilderhandschrift des
Sachsenspiegels. Mit solch bedeutenden Manuskripten besaß die Bibliotheca
Palatina den Charakter einer Reichsbibliothek und galt zur Zeit ihrer Blüte -
nach den Erwerbungen des 16. Jahrhunderts - als die „Mutter aller
Bibliotheken“. Besonders wegen der umfangreichen Sammlung theologischer
(überwiegend protestantischer) Literatur galt sie den Katholiken als der Hort
der Ketzerei. Als im August 1622 die Kurpfalz von Truppen der katholischen Liga
unter Tilly erobert worden war, wollte der bayerische Herzog Maximilian I. die
berühmte Bibliothek nach München mitnehmen, musste sie aber Papst Gregor XV.
auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin überlassen. Nur die Ottheinrich-Bibel und
ein Prachtchorbuch Ottheinrichs gelangten nach München. Ab Dezember 1622 wurde
der Abtransport nach Rom durch den päpstlichen Gesandten und späteren
Bibliothekar der Vaticana Leone Allacci (1586-1669) organisiert. Auch
ausgesuchte Bücher anderer Heidelberger Bibliotheken, so der Privatbibliothek
des Kurfürsten, der Universitätsbibliothek, der kurfürstlichen Kanzlei und der
Privatbibliothek von Jan Gruter, dem letzten Bibliothekar der Palatina, wurden
mitgenommen und auf dem Rücken von 200 Mauleseln über die Alpenpässe nach
Italien transportiert. Im August 1623 übernahm die Bibliotheca Apostolica Vaticana
184 Kisten mit 3.500 Handschriften und 12.000 Drucken, die zur
Gewichtsverminderung großteils ihrer Einbände beraubt worden waren (Allacci
behielt 12 weitere Kisten für sich). Im 17. Jahrhundert wurden sie neu
eingebunden. Da schon Ottheinrich viele seiner Bücher hatte neu einbinden
lassen, sind heute kaum Einbände von vor 1550 in der Palatina zu finden. Auf
Grund von Vereinbarungen während des Wiener Kongresses konnten 1816 die
deutschen Handschriften in die Universitätsbibliothek Heidelberg zurückkehren.
Sämtliche Drucke und die fremdsprachigen Manuskripte liegen noch heute in Rom.
Die deutschsprachigen mittelalterlichen Handschriften (Codices Palatini
Germanici) bilden heute eine verhältnismäßig geschlossene und
literaturhistorisch bedeutende Sammlung. Nur wenige hundert Bände, die wohl als
Dubletten angesehen worden waren, verblieben in Deutschland. Dort fanden sie
den Weg in verschiedene Bibliotheken. 1998 wurden in der Universitäts- und
Stadtbibliothek Köln 67 Bände der Bibliotheca Palatina entdeckt. Der Rest wird
auch heute noch im Vatikan aufbewahrt. Zum 500. Gründungsjubiläum der
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1986 kamen viele Bücher für eine
einmalige Ausstellung an ihren alten Standort zurück.
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