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Landesdenkmalamt B.-W. - "Der Keltenfürst von Hochdorf"

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Beschreibung

Landesdenkmalamt Baden-Württemberg – „Der Keltenfürst von Hochdorf – Methoden und Ergebnisse der Landesarchäologie“

Softcover - 10,00 Euro - ISBN 3-8062-0441-1 – Gewicht 1640 g

 

Interne Bestell-Nr.: 00751landesdenkmal

 

Erschienen 1985 – Erstauflage – Originalausgabe Konrad Theiss Verlag Stuttgart – Katalogbuch zur Ausstellung Stuttgart, Kunstgebäude vom 14. August bis 13. Oktober 1985 – auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels eine Karte mit den Fundorten der in der Ausstellung gezeigten Exponate – mit einem Geleitwort von Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

 

Zustand des Buches: sehr gut, nur ganz minimale Gebrauchsspuren

 

Am Rande des Ortes Hochdorf befindet sich ein gewaltiges keltisches Hügelgrab, das wieder aufgeschüttet wurde. Mit einer Höhe von rund sechs Metern und einem Durchmesser von etwa 60 Metern zählt es zu den größten seiner Art. Hier wurde um 500 vor Christus ein "Fürst" der Hallstattkultur mit großem Aufwand und reichen Grabbeigaben bestattet. Die Lage der Grabstätte wurde mit Bedacht gewählt: Vom Hügel aus hat man Richtung Osten einen freien Blick auf den Hohenasperg, den damaligen Fürstensitz. Der Tote war mit reichlichen Beigaben ausgestattet. Zu seiner persönlichen Habe zählen ein Hut aus Birkenrinde, ein Goldhalsring und -armband, fünf Perlen aus Bernstein, Schlangenfibeln aus Bronze und Gold, Gürtelblech aus Gold, ein Bronze/Eisen-Dolch mit Goldbelag, Köcher mit Eisen- (13x) und Bronze- (1x) Pfeilspitzen, einem Täschchen mit Nagelschneider, Rasiermesser, Kamm und Angelhaken sowie goldene Schuhbeschläge. Weiterhin ein umfangreiches Trinkservice mit neun Trinkhörnern die mit Goldbändern verziert waren, ein importierter Bronzekessel und eine goldene Trink- und Schöpfschale sowie, auf dem vierrädrigen Wagen aufgestapelt, das Speisegeschirr mit drei Bronzebecken und neun Tellern. Auf dem Wagen, der mit verzierten Eisenblechen beschlagen war, fanden sich außerdem eine Axt, eine Lanze und ein Eisenmesser. Das spektakulärste Fundstück jedoch ist die 2,75 m lange Bronzeliege, die von 8 weiblichen Figuren mit einem Rad zwischen den Beinen getragen wurde. Die Rückenlehne ist mit figürlichen Darstellungen verziert, die drei Schwerttänzerpaare und zwei Wagendarstellungen, auf der jeweils eine Figur steht, zeigen. Das Grab war mit Textilien ausgeschlagen und wahrscheinlich waren die meisten Objekte ursprünglich in Textilien eingepackt. Die Goldbeschläge dienten ausschließlich der Präsentation des Bestatteten und wurden eigens für die Bestattung hergestellt.

 

Vorwort:

 

Die Entdeckung des frühkeltischen Fürstengrabes in Hochdorf im Jahr 1978 und die Präsentation der in jahrelanger mühevoller Arbeit restaurierten Grabbeigaben im Rahmen dieser Ausstellung bilden Höhepunkte in der Arbeit der Archäologischen Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg. Die Ausstellung gibt auch einen Überblick über andere zum Teil sensationelle Grabungen der Archäologischen Denkmalpflege in den vergangenen Jahren. Es werden Funde gezeigt, die der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt sind. Zugleich soll mit der Ausstellung jedoch der Blick auf die zur Bewahrung der reichen archäologischen Schätze des Landes unentbehrliche Alltagsarbeit der Archäologischen Denkmalpflege gelenkt werden. Dazu werden ihre Aufgaben und Arbeitsweisen vorgestellt. Die Grabungen im Cannstatter Travertin, in der Albhöhle Geißenklösterle bei Blaubeuren, den Moor- und Ufersiedlungen Oberschwabens, der bronzezeitlichen Töpferei von Breisach, der keltischen Viereckschanze von Fellbach-Schmiden, dem römischen Weihebezirk von Osterburken, dem alamannischen Friedhof von Hüfingen und der mittelalterlichen Stadt von Konstanz vermitteln einen Eindruck von der Breite der Aufgaben der Archäologischen Denkmalpflege und zeigen zugleich den großen Reichtum unseres Landes an archäologischen Fundstätten. Mit den Grabungsergebnissen werden die angewandten wissenschaftlichen Methoden gezeigt. Die Archäologische Denkmalpflege bedient sich der Höhlensedimentologie ebenso wie der Dendrochronologie, der Anthropologie ebenso wie der Paläozoologie, der Paläobotanik und der Epigraphik. Der großartige Eindruck, den diese Ausstellung vermittelt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Anlass zu ernster Sorge um unser archäologisches Kulturgut gegeben ist. Die archäologischen Denkmale sind durch die gewaltigen Eingriffe in den Boden im Zeitalter der Technik und Industrie mehr denn je in Gefahr. Dadurch haben sich die Aufgaben der Archäologischen Denkmalpflege gewandelt. Entgegen der weit verbreiteten Vorstellung, sie spüre vornehmlich Geheimnisse der Vergangenheit oder gar nur deren Schätze auf und ergrabe möglichst viele archäologische Fundstätten, führt die Archäologische Denkmalpflege des Landes keine systematischen Forschungsgrabungen durch, sondern nur Notgrabungen, um unrettbare archäologische Denkmale wenigstens wissenschaftlich zu erforschen und durch Publikationen zu dokumentieren. Vorrangige Aufgabe der Denkmalpflege des Landes in unserer Zeit ist es im übrigen, archäologische Denkmale soweit wie möglich in ihrer Substanz zu erhalten, das heißt, bei der gegebenen Lage sogar, Ausgrabungen zu vermeiden und die Fundstätten für spätere Generationen zu bewahren. Möge die erste archäologische Ausstellung des Landes Baden-Württemberg dazu beitragen, das Interesse und Verständnis für die Archäologische Denkmalpflege weiter zu vertiefen

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