Tolstoi, Leo N. – „Anna Karenina Band I – Die Meisterwerke
der russischen Literatur“
Leder – 7,50 Euro - ISBN keine
– Gewicht 550 g
Interne Bestell-Nr.:
00357-2tolstoi
Erschienen 1967 – Erstauflage –
Lizenzausgabe Freizeit-Bibliothek genehmigt durch Winkler-Verlag München –
vollständige Ausgabe – aus dem Russischen übertragen von Fred Ottow - mit einer
Einführung von Gérard Keller – mit Illustrationen von Roland Topor
Zustand des Buches: gut, Ecken
ganz leicht bestoßen, Seiten und Seitenschnitt altersbedingt nachgedunkelt,
Seitenschnitt auch leicht unsauber, sonst nur ganz wenig Gebrauchsspuren
Eines der großen Romanwerke von Leo Tolstoi,
das in den Jahren 1873 bis 1878 in der Epoche des russischen Realismus
entstand. Das Buch handelt von Ehe und Moral in der adligen russischen
Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Die Fabel von Tolstois zweitem großen Roman
ist von klassischer Einfachheit und Strenge. Nach Jahren eines
durchschnittlichen, ruhigen Glücks ohne Tiefen und Höhen an der Seite ihres
Mannes Alexej Karenins, eines hohen, ehrgeizigen Petersburger Beamten,
entbrennt Anna Karenina in leidenschaftlicher Liebe zu Alexej Wronskij.
Wronskij ist Offizier, ein glänzender, gut aussehender, ein bisschen
oberflächlicher, aber im Grunde anständiger Vertreter der aristokratischen
Jeunesse dorée. Zunächst ist es wie ein Spiel zwischen den beiden, eine der
üblichen leichtfertigen, stillschweigend geduldeten Liebschaften. Aber schon
bald kennt Anna keine Vorbehalte mehr. Sie liebt Wronskij ohne Rücksicht auf
Konventionen, ohne Rücksicht auf ihre und ihres Mannes Stellung in der
Gesellschaft; sie liebt ihn unter Einsatz ihrer ganzen Person. Die Integrität
und Fülle ihrer Liebe treibt sie schließlich zum offenen Ehebruch. Sie verlässt
ihren Mann und ihren Sohn Serjosha, dem ihre ganze mütterliche Zärtlichkeit
gilt, und versucht, an der Seite Wronskijs ein neues Leben zu beginnen, zuerst
im Ausland, in Italien, und dann in Russland auf Wronskijs Gut und in Moskau.
Aber dieser Versuch schlägt grausam fehl. Mitleidlos bricht die Gesellschaft
den Stab über ihr und entfesselt ein unbarmherziges Kesseltreiben gegen sie.
Anna wird das Opfer zynischer Verachtung, bis sie keinen Ausweg mehr sieht und
freiwillig in den Tod geht. Diese Fabel ist mit eiserner Konsequenz und Folgerichtigkeit
erzählt. In keinem Augenblick hat Anna auch nur die geringste Möglichkeit des
Ausweichens. Notwendig folgt ein Schritt dem anderen. Vom ersten Moment an, da
Anna und Wronskij sich treffen, sind sie einander verfallen, ist ihr Schicksal
besiegelt. Was als heitere, liebenswürdige Romanze beginnt, endet schließlich
in tragischer Verstrickung. Der Konflikt zwischen Leidenschaft und Mutterliebe
ist für Anna nicht zu lösen. Hinzu kommt ihre ständig wachsende Angst, Wronskij
zu verlieren. Er ist wesentlich jünger als sie und sie kann nicht das kleinste
Recht nicht den bescheidensten Anspruch auf ihn geltend machen. Er ist nur
durch seine Treue, seine Gutmütigkeit, seine Dankbarkeit – und durch seine
Schuld an sie gebunden. Das Gefühl, dass ihre Liebe unablässig bedroht ist,
dass es keinerlei Sicherheit für sie gibt, steigert sich zuletzt zu einer
geradezu hysterischen Besessenheit. Ihre illegale Stellung in der Gesellschaft
demoralisiert Anna bis in den Kern. Sie verliert jeden Halt, sieht sich von
einer Welt von Feinden umringt, denen sie nichts als ihre Schönheit und ihren
temperamentvollen Geist entgegenzusetzen hat, und bittere Selbstanklagen rauben
ihr die letzte Ruhe. In ihrer Verzweiflung stürzt sie sich unter einen
fahrenden Zug, um im selben Augenblick aufs tiefste zu erschrecken über das,
was sie getan hat. Leo Tolstoi wurde 1828 in Jasnaja Poljana als Sohn eines
Grafen und Großgrundbesitzers geboren. 1847 brach er sein Studium ab, um sich
um die Verwaltung des elterlichen Gutes zu kümmern. Durch Landreformen
versuchte er die Situation der Leibeigenen zu verbessern. Nach Militärdienst
und diversen Reisen durch Europa zog er sich schließlich nach Jasnaja Poljana
zurück, wo er seine großen Romane schrieb. Tolstois lebenslange Suche nach der
geeigneten Lebensform kulminierte 1910 darin, dass er seine Frau verließ, da
diese nicht bereit war, sich von den gemeinsamen Besitztümern zu trennen. Er
starb kurze Zeit darauf an einer Lungenentzündung.
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