|
Beschreibung
10721213371
Hans Habe
Das Netz
Roman
Mohndruck Reinhard Mohn OHG
Gebundene Ausgabe, 524 Seiten
Zustand des Buches: Sehr Gut
Zum Inhalt:
"Während die meisten Autoren spannender Unterhaltungsromane eine verwickelte Handlung auf ziemlich simple Weise zum besten geben, wählt Habe den umgekehrten Weg: seine Geschichte ist einfach, doch erzählt er sie effektvoll und schon beinahe raffiniert. In Rom wird im Jahre 1967 ein aus Wien stammendes Callgirl ermordet. Die Frage nach dem Täter löst Habe sofort: Zusammen mit dem Reporter einer großen Illustrierten erfährt der Leser gleich am Anfang, daß es sich um einen älteren und gescheiterten Schriftsteller handelt, einen Psychopathen, der die junge Generation haßt und daher zur Feier seiner Geburtstage hübsche Mädchen umzubringen pflegt.
Zwischen drei Parteien spielt sich der Kampf in diesem Buch ab. Da ist zunächst die Illustrierte, die den Lustmörder nicht etwa anzeigt, sondern beauftragt, seine Memoiren zu schreiben, und die ihn den Behörden erst im letzten Augenblick ausliefern will - womöglich zusammen mit seinen bereits gedruckten Bekenntnissen. Da haben wir ferner die Kriminalpolizei, die den Täter sucht und die zumindest ahnt, daß die Illustrierte ihn bereits gefunden hat und mit ihm höchst dubiose Geschäfte machen will. Und da ist schließlich der Mörder selber, der das gigantische Honorar für die Memoiren kassieren und zugleich seine Auftraggeber betrügen möchte, weil er nicht zu Unrecht vermutet, daß sie nicht ernsthaft daran denken, ihm zur versprochenen Flucht nach Südamerika zu verhelfen.
Aber Habes Roman ähnelt niemals einer puren Denksportaufgabe. Denn was die Erzählung vorwärtstreibt, ist weniger die Frage, was nun weiter passieren und wer schließlich siegen wird, als vor allem jene nach den Charakteren und den Handlungsmotiven der zentralen Gestalten. Es sind der Mörder, ein Kriminalchef und endlich zwei Personen aus der Umgebung der Ermordeten: ihr Vater, ein Wiener Selchermeister, und ihre Freundin, ebenfalls ein Callgirl. Diese Figuren sind die Ich-Erzähler des Netzes.
Doch was immer Habe erzählt - Unappetitliches bleibt uns stets erspart, das Vulgäre ist seine Sache nicht . . . Daß aber Hans Habe ein unterhaltendes Buch geliefert hat, ist eine Tatsache und keine Illusion. Und wir dürfen auch nicht vergessen, daß es außerordentliche Fähigkeiten sind, die diesen Welterfolg ermöglicht haben." Marcel Reich-Ranicki, Die Zeit
|