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Die Australier ALCHEMIST sind echte Pioniere im Metal-Bereich. Vielleicht liegt es am australischen Wetter, an der Sonne, vielleicht auch daran, dass die Band ganz einfach außerhalb von Genrebegrenzungen denkt. Mit ihren letzten beiden Alben „Organasm“ und „Austral Alien“ erreichten sie eine kleine, aber treue Fangemeinde und ihr Material vor „Organsam“ ist nach wie vor schwer zu kriegen, da es nicht mehr gepresst wird.
Relapse lindern den Schmerz darüber, dass man diese Alben vielleicht niemals kriegen wird, ein wenig mit diesem 28 Tracks beinhaltenden Doppeldecker mit ALCHEMIST Songs. Darauf enthalten sind auch drei Livetracks, viele Demosongs sowie die besten Songs ihrer drei Alben und einer EP, die man allesamt vor „Organasm“ veröffentlichte.
Wer es nicht wissen sollte, ALCHEMIST spielen Death Metal mit starken Psychedelic Prog Einflüssen, fernöstlichen- und Tribalrhytmen, ruhigeren Parts und ausufernden experimentellen Ausflügen, die schon ihren eigenen Charakter besitzen. Manchmal sehr heavy und aggressiv, manchmal ruhiger und relaxter und manchmal auch nur völlig abgedreht, so geht diese einzigartige Band vor, sie folgen ihren eigenen Visionen und laden jeden dazu ein, ihnen auf ihre hypnotischen Reise zu folgen.
Diese Doppel-CD Retrospektive einer der besten und individuellsten Metal Bands beginnt mit ihrem (augenscheinlich) bekanntesten Song „Chinese Whispers“, der mit massig verzerrten Gitarren und Keyboards aufwartet und die Grundstruktur des Songs wird solange beibehalten, bis man in ein PINK FLOYD-mäßiges Zwischenspiel abgleitet, das sowohl ruhig als auch spannend ist und zwar völlig anders im Vergleich zum Rest des Tracks ist, aber dennoch dazugehört. Es ist halt ihr eigener Innovationsanspruch und das Denken abseits jeglicher Genregrenzen, die sie dazu veranlassen, die möglichst eigenständigste Musik zu kreieren.
Die Doppel-CD hat aber auch so seine Macken. Anstatt die Tracks chronologisch der Karriere von ALCHEMIST zu gestalten, sind die Songs zufällig aneinandergereiht und dies führt dazu, dass man den Sinn dahinter nicht ganz nachvollziehen kann. Wie ich zuvor schon erwähnte, sind hier auch Demotracks enthalten, die die Band sehr rau und ursprünglich darstellen. Zwar sind sie auch progressiv angehaucht und sind gute Indikatoren für den später entwickelten Sound, aber irgendwie passen sie nicht wirklich zu den regulären Songs. Wären die Tracks in chronologischer Reihenfolge aufgeführt worden, könnte man viel besser nachvollziehen, wie sich der Sound von ALCHEMIST im Laufe der Jahre entwickelt hat.
Mir wäre es natürlich lieber gewesen, Relapse hätten die vier Veröffentlichungen vor „Organasm“ rausgebracht, aber ich betreibe hier Haarspaltereien. „Embryonics“ ist nämlich einfach klasse.
ALCHEMIST sind eine der innovativsten Bands dieses Planeten. Ihre Leidenschaft Musik zu erschaffen, die die Grundfeste extremer Musik erschüttert, ist nicht einfach nur ein frischer Wind in der stagnierenden Metal-Szene, sie ist auch der Schlüssel zu einer traumhaften Reise. Scheiß auf Drogen, DAS ist der Stoff, der euch viel besser benebeln wird!
Das Album verdient seine 9 Punkte ! |