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Im Interesse der Sache von Solchenizyn
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Beschreibung
Alle Erzählungen und der Roman - Ein Tag des Iwan Denissowitsch -
Jede der hier vereinigten Erzählungen, auch die winzigen Prosastücke, strahlt diese Ruhe aus: eine überraschende Botschaft an die schwachsinnige Turbulenz unserer Welt.
Heinrich Böll
"Im Interesse der Sache" ist die übliche Geschichte vom Enthusiasmus der jungen Generation: Schüler bauen sich eigenhändig ihre neue Schule. Nur stellt sich am Ende heraus, daß in dieses Gebäude auf Anordnung der vorgesetzten Parteiinstanzen eine andere Institution einziehen soll.
Während es erst die Schlusspointen sind, die diese Geschichten einigermaßen rechtfertigen, widersetzt sich die Erzählung "Matrjonas Hof" entschiedener der Schönfärberei. Das Außergewöhnliche in der eher zähen und weitschweifigen Beschreibung des Lebens in einem abgelegenen sowjetischen Dorf beschränkt sich allerdings auf Feststellungen wie: "Bauholz war nicht zu bekommen"; "Früher stahl man. das Holz beim Gutsbesitzer, jetzt klaute man Torf beim Trust"; "Von einer Amtsstube zur anderen wurde sie zwei Monate lang gejagt - eines Kommas, eines Punktes wegen."
Wo derartige Sätze vom Mut des Erzählers zeugen und ihm die Dankbarkeit der Leser sichern, da erfüllt die Literatur eine ganz andere Aufgabe als in unserem Teil der Welt, da werden Romane oder Geschichten vor allem zu Vehikeln für Informationen, die sich nur auf diesem Wege verbreiten lassen.
Das gilt auch für den "Iwan Denissowitsch", in dem Solschenizyn den Ablauf eines durchschnittlichen Tages in einem stalinistischen Arbeitslager schildert. Diese exakte und anschauliche Darstellung, in der Millionen ihre eigenen Erlebnisse wiederfanden, übte einen Einfluß aus, wie er sich, glaube ich, keinem anderen in der Sowjetunion nach 1945 publizierten Buch nachsagen läßt. Kein Zweifel, Solschenizyn hatte eine Tat vollbracht, die man gar nicht genug rühmen kann, und ob es sich dabei auch um eine bemerkenswerte ästhetische Leistung handelt, ist eine Frage, die unerheblich scheint und die erst durch leichtsinnige westliche Urteile provoziert wird. So heißt es im unlängst erschienenen fünften Band von "Kindlers Literatur Lexikon", der "Iwan Denissowitsch" sei "nicht nur ein erschütterndes authentisches Dokument des Leidens einer Generation, sondern auch ein Kunstwerk von höchstem Rang". Indes wird das Buch von den meisten Interpreten immer dafür gelobt, was in ihm nicht zu finden ist: Es sei frei von Pathos, Larmoyanz, Sentimentalität und direkter Anklage. Das alles trifft zu und ist auf dem Hintergrund der sowjetischen Literatur erwähnenswert.
Das Buch ist absolut gut erhalten!
451 Seiten Bei mehreren Käufen werden diese natürlich zusammengefasst um Porto zu sparen. In diesen Fällen bitte eine Mail an gehula48@googlemail.com. Sofortige Versendung nach Geldeingang ist obligatorisch.
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