AUS DEM ZELLENGEFÄNGNISS. Briefe aus bewegter, schwerer Zeit 1848-1856 von Otto von Corvin. Leipzig, Verlag von Wilhelm Friedrich (ohne Jahresangabe; lt. Vorwort um 1884). 546 Seiten in altem Halblederband mit lädiertem bzw. fehlendem Rücken (überklebt).
Folienbezogenes Ex-Büchereiexemplar in akzeptabler Erhaltung.
ABSOLUT RAR!
Nur als Suchworte: Erstausgaben, Bücher 19. Jahrhundert, Raritäten, Rares, Biographien, Memoiren, Geschichte
Otto von Corvin (1812 - 1886)
CORVIN-WIERSBITZKI, Otto von, Schriftsteller, * 12.10. 1812 in Gumbinnen (Ostpreußen) als Sohn des dortigen Postdirektors, eines preußischen Majors a. D., † 1.3. 1886 in Wiesbaden.
Corvin wurde in den Kadettenanstalten in Potsdam und Berlin erzogen und war seit 1830 preußischer Leutnant in Mainz und Saarlouis. 1835 nahm er seinen Abschied und zog nach Frankfurt am Main. Seit 1840 lebte Corvin als Schriftsteller in Leipzig. Im Frühjahr 1848 nahm er an der Revolution im Elsass und am Oberrhein aktiv teil. Als Bürgerwehroberst verteidigte Corvin Mannheim gegen die Preußen und war zuletzt Chef des republikanischen Generalstabs in Rastatt. Nach Übergabe dieser Festung wurde er am 15.9. 1849 standrechtlich zum Tode verurteilt, dann aber zu sechsjähriger Einzelhaft begnadigt, die er im Zellengefängnis zu Bruchsal verbüßte. Im Oktober 1855 ging Corvin nach England und war dort literarisch tätig. Während des nordamerikanischen Bürgerkriegs war er 1861 Sonderberichterstatter der »Augsburger Allgemeinen Zeitung«, trat in das Heer der Nordstaaten, wurde Oberst und kam in das Kriegsministerium. 1867 kehrte CORVIN nach Deutschland zurück und war 1870/71 Berichterstatter der Wiener »Neuen Freien Presse« vom Kriegsschauplatz. Seit 1874 lebte Corvin in Wertheim (Main); später siedelte er nach Leipzig über.
Bekannt ist Corvin durch sein berühmtes Werk »Pfaffenspiegel. Historische Denkmale des Fanatismus in der römisch-katholischen Kirche«. Der »Pfaffenspiegel« ist eine sorgfältig recherchierte Sammlung kirchlicher Verbrechen von Hinrichtungen Andersgläubigen bis hin zu systematischen Urkundenfälschungen zum Zwecke der Aneignung von Ländereien, Rechten oder Privilegien. Corvin musste darüber jahrelang Auseinandersetzungen mit der Preußischen Zensur führen, bei der er jede Behauptung anhand von Quellen nachweisen musste.
Werke: Ill. Weltgesch. Ein Buch fürs Volk (mit F. W. A. Held), 4 Bde., 1844-51; Hist. Denkmale des christl. Fanatismus, 2 Bde., Leipzig
1845 (18692-3 u. d. T.: »Pfaffenspiegel. Hist. Denkmale des Fanatismus in der röm-kath. Kirche);
Erinnerungen eines Volkskämpfers, 3 Bde., Amsterdam 1861 (hrsg. u. eingel. v. Hermann Wendel: Ein Leben voller Abenteuer, 2 Bde., 1924;
Die Abenteuer des Herrn v. C. Aus seinen Lebenserinnerungen, hrsg. v. Hans Joachim Malberg, Rudolstadt 1965 u. Schwerte/Ruhr 1970);
Die goldene Legende. Eine Naturgesch. der Hll., Bern 1876 (Rudolstadt 1889/1902);
>>>>Aus dem Zellengefängnis. Briefe aus bewegter, schwerer Zeit 1848-56, Leipzig 1884.
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