von Rachel Storm
Lizenzausgabe Edition XXL 2000, Gebunden, Großformat, 253 Seiten.
Ein kompetenter Führer durch die Mythen und Legenden des Ostens, vom alten Ägypten bis zur Bilderwelt Japans.
Über 500 alphabetisch geordnete Einträge beschreiben die wichtigsten mythologischen Figuren jeder Kultur sowie ihre Bedeutung für die jeweilige Zivilisation.
Besondere Themenseiten zeigen die Symbole jedes Kulturkreises auf, z.B. die Mythischen Bauwerke in Ägypten und Babylon, die heiligen Flüsse Indiens oder die 7 Glücksgötter Japans
Hervorragend bebildert mit über 500 Illustrationen welche die Mythologie des Vorderen Orients ebenso eindringlich darstellen wie die Zentral - und Ostasiens und dabei die aktuelle Bedeutung dieser mythischen Figuren verdeutlicht.
Geschrieben von einer der besten Kennerinnen der orientalischen und asiatischen Sagenwelt.
Vorwort :
Zu den Mythen der großen Kulturen Asiens gehören einige der ältesten und eindrucksvollsten Legenden der Welt. Dieses Buch teilt den gesamten Komplex in drei Abschnitte: Es beginnt mit der Mythologie des Vorderen Orients, d.h. Sumer, Babylon, der alte Iran, Ägypten, Kanaan und das Land der Hebräer. Der Abschnitt über Süd- und Zentralasien widmet sich den buddhistischen und hinduistischen Gottheiten aus Indien, Sri Lanka, Tibet und Nepal. Der letzte Abschnitt über ostasiatische Mythologie beschäftigt sich mit taoistischen und buddhistischen Mythen, mit dem Volksglauben Chinas, den Shinto-Gottheiten Japans sowie den schamanistischen und animistischen Religionen, die von Sibirien bis hin zum südostasiatischen Archipel praktiziert werden.
Dabei ist die Quellenlage recht unterschiedlich. Der Glauben Mesopotamiens, der Wiege der westlichen Kultur, ist uns nur in Fragmenten überliefert. Von anderen Kulturen wie z.B. der ägyptischen haben wir sehr viel ausführlichere Kenntnisse. Doch obwohl die einzelnen Legenden überlebt haben, sind die großen Glaubenssysteme des Nahen Ostens doch ausgestorben. Hinduistische und buddhistische Gottheiten hingegen erfreuen sich noch heute lebendiger Verehrung bei Millionen Menschen.
Zu den interessantesten Erscheinungen gehört die Tatsache, dass Götter von Kultur zu Kultur ¡wandern¡. Häufig werden Glaubenssysteme von Missionaren in andere Länder getragen, wobei die archetypischen Mythen wesentliche Veränderungen erfahren. So hat dieselbe mythische Figur in den verschiedenen Kulturen häufig unterschiedlichen Stellenwert. Der im 5. Jahrhundert v. Chr. von Gautama Buddha gegründete Buddhismus breitete sich etwa zu Beginn der christlichen Zeitrechnung nach China.
und ca. 600 Jahre später nach Japan aus. Im japanischen Buddhismus wurde aber Buddha Amitabha unter dem Namen Amida mehr verehrt als Gautama Buddha. Außerdem ist der Amitabha-Kult deutlich von der iranischen Religion geprägt. Der später aufkommende Hinduismus aber machte aus Gautama Buddha eine Erscheinungsform des Gottes Vishnu.
So bilden diese Legenden sowohl die Kontinuität als auch die Vielfältigkeit des menschlichen Lebens ab. Obwohl die ¡Helden¡ der Geschichten Götter, Haibgötter und Ungeheuer sind, haftet ihren Problemen etwas zutiefst Menschliches an. Der Kummer der verwitweten Isis, der Schmerz Gilgameschs um seinen verlorenen Freund, der Abscheu, den Amaterasu vor Susano-Wo empfindet oder das glückliche Familienleben von Shiva und Parvati rühren uns an.
Die Themen der großen Mythen sind universell gültig. In jeder Kultur gibt es Schöpfungsmythen, die häufig auch noch ähnliche Elemente enthalten wie z.B. den grenzenlosen Ozean, aus dem alles Leben entsteht. Ein weiteres Motiv ist das Leben nach dem Tod, das ebenfalls mit einem durchgehenden Muster dargestellt wird: die Unterwelt, in welche die Toten eintreten, um dort gerichtet zu werden, und der Himmel, in den nur die Rechtschaffenen gelangen.
Sogar in Hinduismus und Buddhismus, wo das Leben als eine ununterbrochene Kette von Wiedergeburten gesehen wird, die letztlich ins Nirwana führt, gibt es Vorstellungen von Himmel und Hölle. Auch die Idee einer Flutkatastrophe taucht häufig im Legendenschatz auf. Sie illustriert die Macht der Götter, welche das Menschengeschlecht einfach zerstören kann. In diesem Motiv spiegelt sich das Bewusstsein von der Zerbrechlichkeit des Menschenlebens wider. In jedem Mythos findet sich also ein Körnchen einer tief menschlichen Wahrheit, die uns alle angeht.
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