Insel Verlag1982, Gebunden mit Schutzumschlag ( Großformat ), 96 Seiten.
mit 117 Abbildungen und 24 Farbtafeln
Von den Kelten haben wir Kenntnis vor allem durch römische und griechische Autoren der Antike. Diodor, Livius und Strabo berichten über sie, vor allem aber Caesar in de bello gallico. Sie selbst hinterließen keine schriftlichen Zeugnisse. Legenden, Gesetze und wichtige Ereignisse wurden mündlich überliefert. Auf dem Schreiben lag ein sozial-religiöses Tabu, das in Irland erst im 9. Jahrhundert gebrochen wurde - von Christen. Ihnen verdanken wir es, daß die großartigen Heldensagen nicht verloren sind, auf die dann vor allem das 19. Jahrhundert zurückgriff. William Butler Yeats gilt als Hauptvertreter dieser ¡keltischen Renaissance¡.
Seither ist die von den Kelten ausgehende Faszination nicht mehr erloschen; im Gegenteil, denn gerade in jüngster Zeit finden die vorchristlichen Kulturen Europas wieder zunehmend Interesse, wie zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen beweisen.
Heute kennen wir die großen Wanderungen dieser indoeuropäischen Völkergruppe im Laufe des ersten vorchristlichen Jahrtausends. So zog eine Gruppe von Süddeutschland und Böhmen aus westwärts durch Gallien nach Spanien, während eine andere die Alpen überquerte und südwärts bis Rom vorstieß, ja selbst bis Sizilien. Wieder andere Stämme drangen über Makedonien, Thrakien und Thessalien in Griechenland ein und plünderten den Tempel von Delphi. In Kleinasien - Galatien ist nach ihm benannt - siedelte der Stamm der Galater, von Spanien aus erfolgten mehrere Bewegungen nach Irland und Schottland, und die Belgen wanderten durch Nordeuropa, um sich schließlich in Südbritannien und Irland niederzulassen. Nahezu ganz Europa geriet so unter keltischen Einfluß. Bereits um Christi Geburt jedoch befand sich fast alles fest in römischer oder germanischer Hand.
Politisch war die Welt der Kelten damit zerstört. Ihr Kulturerbe jedoch überlebte zum Teil bis weit in die christliche Zeit, ja selbst bis in unsere Tage.
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