Büchergilde Gutenberg 1985, Leinen mit Schutzumschlag ( hochwertige Büchergildenqualität ), 306 Seiten ( Seite 1 enthält einen kleinen Namensstempel )
Herausgegeben von Inge Jens
Hier ist ein Buch für alle Deutschen, junge und alte. Hier klingt kein falscher Ton. Bei allem Abscheu vor NS-Herrschaft und Krieg, bei aller anwandelnden Schwermut, aller schrecklichen Größe des Endes, von dem der Leser weiß und das die Schreibenden in doppeltem Sinn angenommen haben dürften, leuchten diese Briefe und Aufzeichnungen in ihrer Jugendlichkeit, in ihrer musischen Offenheit für Natur und Kreatur und Kunst.
Die von einer hervorragenden Philologin besorgte, wissend und feinfühlig angemerkte Edition enthält eine Fülle bisher unveröffentlichter Seiten, die das Bild von Hans und Sophie Scholl vertiefen, Ursprung, Zusammenhänge und Motivationen ans Licht heben. Hans und Sophie Scholl selber bekunden, wie sie sind und sich bilden. Ihre kühn gewählte Lektüre kräftigt ihre Empörung gegen die regierende Gewalt. Ihre spontane, vom Moment bewegte Prosa entspringt innerer Notwendigkeit, starkem Ausdrucksverlangen, Ausdrucksvermögen.
Bestimmend für die Geschwister sind Elternhaus, süddeutsche Art, Elemente der Jugendbewegung, reifende Religiosität und mit ihr die Empfänglichkeit für Lehre und Umgang der den Nationalsozialismus verdammenden katholischen Schriftsteller Carl Muth und Theodor Haecker. Die ernsthafte Beschäftigung mit bildenden Künsten und Musik; Freundschaften, Wandern und Sport, die Erfahrung von Fröbelschule, Reichsarbeitsdienst, Studium, Kriegsdienst an West-und Ostfront tragen bei zur Auflehnung gegen die Unterdrücker. Aus der Erkenntnis des Bösen, aus selbsterworbenem Wort und Wert ziehen diese Studenten die aktive Konsequenz. Keine Todessehnsucht, aber Todesbereitschaft inmitten von Lebensbejahung und Zuversicht, immer auf der Suche nach der Wahrheit, nach Gott, immer im Zeichen dessen, was dieser Menschen Leitendes und ihre letzte Botschaft war:
FREIHEIT!
Die letzten Worte eines der letzten Briefe von Sophie Scholl lauten: ¡Liebe und Dankbarkeit¡. Hans und Sophie Scholl und ihre Freunde von der >Weißen Rose< sind keine entrückten Idole und Heroen, der ihnen gebührende Platz ist nicht auf Denkmalssockeln, sondern in unseren Herzen, und nicht anders können wir sie uns vergegenwärtigen als in Liebe und Dankbarkeit.
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